Storchencam


Trotz den Restriktionen durch die Corona-Pandemie-2020 haben wir es gemeinsam geschafft unsere neuen Storchenkameras in Betrieb zu nehmen. Dieses Projekt war nur zusammen mit Ihren zahlreichen Spenden möglich, für die wir uns hier nochmals recht herzlich bedanken möchten.

Hinweis: Mit einem Klick in die untere rechte Ecke der Bilder kann man in die Vollbild-Ansicht umschalten.

Kamera 1 zeigt den Storchenhorst auf dem Alten Rathaus bzw. Heimatmuseum. Infos zur verletzten Anna und zur Brut, siehe weiter unten auf dieser Seite!


Kamera 2 zeigt den Blick vom Storchenhorst auf dem Alten Rathaus in Richtung Osten.
Links im Bild ist St. Georg und rechts der Stadtturm zu sehen. Zwischen den beiden historischen Bauwerken befinden sich 6 der zur Zeit 19 bebrüteten Höchstadter Storchenhorste. Mindestens 5 weitere Storchenpaare tragen Nistmaterial auf Dächern und Kaminen ein und versuchen einen neuen Nistplatz zu gründen.

Die 5 Storchenhorste sind im nachfolgenden Bild mit senkrechten Pfeilen markiert.

/hoechstadt-horste-2020-m-pf 1

Spendenkonto für unsere Störche:
Natur- und Umwelthilfe e.V.
    Konto-Nr.:              425 197 803
    Bankleitzahl:          76350000 (Sparkasse Erlangen)
    IBAN:                     DE78 7635 0000 0425 1978 03
    BIC:                       BYLADEM1ERH
    Verwendungszweck: SPENDE FÜR STÖRCHE IN HOECHSTADT UND UMGEBUNG

oder auf das PayPal-Konto: spende-storch-hoechstadt@nuh-franken.de


Bei dem Spenden-Button funktionieren nur Spenden mittels PayPal. Spenden über Kreditkarten sind leider nicht möglich. Da der Spenden-Button von PayPal zur Verfügung gestellt wird, können wir hier keine Änderungen vornehmen. Wir bitten um Verständnis.

Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne eine Spendenquittung zu. Bitte teilen Sie uns hierfür Ihre vollständige Adresse mit.

Hinweis:
Für alle Erhebungszeiträume gilt, dass der Abzug der Spende als Sonderausgabe nur erfolgen kann, wenn eine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) durch den Begünstigten ausgestellt wurde. Hierfür muss der Zuwendungsempfänger einen amtlichen Vordruck verwenden. Beträgt die Spende nicht mehr als 200,- Euro ist jedoch auch der Zahlungs- oder Buchungsbeleg ausreichend (vereinfachter Spendennachweis).
Quelle: Steuertipps der Akademischen Arbeitsgemeinschaft Mannheim

14.10.2021
Anna Tod aufgefunden

Gegen Ende unseres kurzen Familienurlaubs erhielt ich am 10.10.2021 einen Hinweis auf einen toten Storch nahe Höchstadt, welchen der Melder beim Ausführen seines Hundes gefunden hatte. Unmittelbar nach meiner Rückkehr am 11.10.2021 hatte ich den beschriebenen Fundort südwestlich von Höchstadt aufgesucht und auf einem Weiherdamm in der Nähe vom Schwarzenbach ein Storchenskelett gefunden, bei dem der linke Fuß fehlte. Oberhalb dem linken Intertarsalgelenk konnte ich einen Bruch feststellen. Nach gründlicher Suche fand ich dann im Uferbereich, nahe der Skelettfundstelle, Annas linken Fuß und ihren Ring im Wasser, dort wo sie vermutlich auch zu Tode gekommen war.

Erfahrungsgemäß dauert es bei den Witterungsverhältnissen, wie sie im September/Oktober 2021 vorlagen, ca. 3 bis 4 Wochen, bis ein toter Storch vollständig skelettiert ist und nur noch Federn und Knochen übrigbleiben. Anna muss folglich kurz nach ihrer letzten Sichtung vom 09.09.2021 zu Tode gekommen sein und hat daher nicht mehr lange leiden müssen.

Vermutlich hat Anna versucht Wasser im Uferbereich des Weihers aufzunehmen und könnte dabei Beute eines Fuchses geworden sein. Es wäre auch möglich, dass Anna einem freilaufenden Hund zum Opfer gefallen ist. Wegen ihrem geschwächten Zustand und der unübersichtlichen Geländesituation hätte Anna sich bei einem Angriff sicher nicht mit einem "Schnellstart", wie wir ihn in den letzten Tagen vor ihrem Verschwinden noch beobachten konnten, der drohenden Gefahr entziehen können. Da es keine Augenzeugen gibt, bleibt die genaue Todesursache ungeklärt.

Zumindest haben wir jetzt Gewissheit, dass Anna nicht mehr leiden muss.

Wie geht es weiter mit Gerome und der Bruttradition auf dem Alten Rathaus?

Aus der Verhaltensforschung von Tieren wissen wir, dass monogam lebende Arten, wie z.B. Gänse, sich lebenslang an ihren Partner binden und nach dessen Tod auch trauern. In der Regel verpaart sich der zurückgebliebene Partner nicht mehr und lebt bis zu seinem Tod allein.

Störche leben nicht monogam, wie oft vermutet wird. Sie wechseln meist jährlich den Brutpartner, wobei einer der Brutstörche die Bruttradition am Storchenhorst aufrechterhält. In Ausnahmefällen kommt es jedoch auch bei Störchen zu längeren Bindungen, die mitunter zwei Jahrzehnte andauern können. Anna und Gerome gehören zu diesen Ausnahmen. Sie haben sich im Jahr 2006 kennengelernt und brüten seit dieser Zeit auf dem Alten Rathaus. Beide Störche sind sogenannte "Zugverweigerer", die nicht am Vogelzug teilnehmen und ganzjährig in ihrer Brutheimat im Aischgrund bleiben. Sie waren daher auch nicht den zahlreichen lebensbedrohenden Gefahren des Vogelzuges ausgesetzt.

Gerome wird seinen Horst weiterhin behaupten und vermutlich schnell eine neue Partnerin finden. Eine ähnliche Situation hatten wir vor 16 Jahren auf dem Alten Rathaus in Höchstadt erlebt. Damals hatte sich die erfahrene ältere Störchin einen jüngeren Storch, Gerome der damals gerade 7Jahre alt war, auserwählt. Schon nach einer Brutsaison musste die "Alte Dame" einer jüngeren Konkurrentin, der 3-jährigen Anna, weichen. Seit 2006 brüten Anna und Gerome auf dem Alten Rathauses, und das sehr erfolgreich. In dieser Zeit hat Anna 76 Eier gelegt, aus denen 70 Storchenküken geschlüpft sind und von diesen sind insgesamt 51 Jungstörche ausgeflogen. Somit haben Anna und Gerome wesentlich dazu beigetragen unsere Storchenpopulation nicht nur zu erhalten, sondern sie sogar mehr als zu verzehnfachen.

Für die nächste Brutsaison im Jahr 2022 hoffen wir auf ähnlich gute Bruterfolge mit Gerome und seiner zukünftigen Partnerin.

Berichtet von Edmund Lenz

24.09.2021
Anna wie vom Erdboden verschwunden, Abbruch der Suchaktionen

Die eingehenden Mails bezüglich möglicher Hilfeleistungen für unsere Störchin Anna und auch Fragen zum aktuellen Stand und des Verbleibs von Anna sind so zahlreich, dass wir leider nicht alle persönlich beantworten konnten.

Leider können wir nichts Neues von Anna berichten. Wir haben Anna am 09.09.2021 letztlich im Flug mit hängendem Bein über Höchstadt-Süd gesehen. Anna war zwar schon einmal einige Tage vom 07.07.2021 bis zum 10.07.2021 verschollen, ist aber dann wieder aufgetaucht. Zum damaligen Zeitpunkt konnte sie jedoch noch ihr gesundes Bein voll belasten und auf benachbarten Dachfirsten übernachten.

Die Beobachtungen vor dem 09.09.2021 zeigten, dass Anna ihre Zehen nicht mehr flach aufsetzten konnte und sie versucht hatte auf den Zehenspitzen zu stehen, wodurch ihre „Standsicherheit“ stark eingeschränkt war. Dies war auch der Grund für ihr ständiges Einknicken mit dem „gesunden Bein“. Vermutlich waren ihre Zehenballen schon stark entzündet und verursachten ihr große Schmerzen beim Stehen.

In diesem Zustand wird Anna sicher keine Beute machen können. Sie wird versuchen so gut es geht Wasser aufzunehmen und von ihren Reserven zehren.

Wir haben bis zum 24.09.2021 nach Anna gesucht, sie jedoch nicht finden können. Aus der Bevölkerung haben wir auch keine Meldungen bezüglich ihrem Aufenthalt erhalten. Es wurden uns lediglich Störche gemeldet, die körperlich unversehrt waren, jedoch kein normales Fluchtverhalten zeigten.

Bei einer dieser Meldungen hatte ein unberingter Jungstorch ein unfreiwilliges Bad in der Aisch genommen. Der Jungstorch konnte zwar aus eigener Kraft das rettende Ufer erreichen, hat sich dann aber nicht mehr getraut zu fliegen und war als „Fußgänger“ unterwegs. Wir haben diesen Jungstorch eingefangen und ihn nach zwei Tagen Vollpension wieder in die Freiheit entlassen. In diesen zwei Tagen hat er 1,6 kg Küken gefressen und das freiwillig. Er war offensichtlich stark ausgehungert. Während der „Vollpension“ hat er ca. 500 g Körpergewicht zugelegt und wurde mit 3250 g gestärkt wieder in die Wildbahn entlassen.

Die Suche nach Anna in der Feldflur kann man mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen vergleichen. Die Anzahl von möglichen Aufenthaltsorten ist sehr groß und deren Einsehbarkeit mitunter sehr schwer. Das zeigt sich auch daran, dass bei den Suchaktionen kaum einer der zurzeit im Raum Höchstadt anwesenden ca. 40 bis 50 Störche gesichtet wurde. Zudem ist die Suche zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto und auch mit der Drohne nur eingeschränkt möglich und auch sehr zeitaufwändig. An den uns bekannten Aufenthaltsorten von Anna haben wir sie leider nicht mehr antreffen können.

Wir haben wenig Hoffnung, dass die Störchin mit ihrem Beinbruch und dem nicht mehr belastbaren "gesunden Bein" noch lebt bzw. überleben kann und werden daher die gezielte Suche Ende dieser Woche einstellen. Auch Tierärzte und Tierkliniken sehen in dieser Situation keine Therapiemöglichkeiten mehr und haben uns empfohlen das Leiden der Störchin nach Möglichkeit zu beenden.

Am 30.08.2021 hatten wir die zuständigen Behörden per Mail um Stellungnahme bezüglich dem, von uns geplanten Vorgehen und der Fangmethode mittels Narkose gebeten, um ein abgestimmtes Vorgehen zu erreichen.

Leider haben wir bis zum 24.09.2021 keine Antwort erhalten. Offensichtlich bedarf eine Hilfeleistung für ein in Not geratenes Tier, auch wenn dieses als bedroht auf der sogenannten „Roten Liste“ steht, keiner behördlichen Genehmigung.

Die Einschätzung einer Notsituation und deren Tragweite kann sicher nicht per Ferndiagnose beurteilt werden und ist auch kein behördliches Privileg. Sie kann von jedem Fachkundigen vor Ort erfolgen.

Eine Rechtsgrundlage dafür, dass Notsituationen bei Menschen oder auch bei Tieren einer behördlichen Feststellung und entsprechende Hilfeleistungen einer behördlichen Zustimmung bedürfen, konnte uns bisher nicht genannt werden. Wir werden daher in künftigen Notsituationen keine Abstimmung mit den zuständigen Behörden suchen und damit deren Arbeitsauslastung nicht weiter erhöhen.

Während der Notsituation auf dem Alten Rathaus in 2021 hat sich, bis auf eine Mitarbeiterin in der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Erlangen-Höchstadt, kein weiterer Behördenvertreter nach dem Befinden unserer Störchin Anna bei uns erkundigt, geschweige denn Hilfe oder Unterstützung angeboten.

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei Allen für ihre Unterstützung und Hilfeleistungen bedanken, durch die es erst möglich wurde, den Storchennachwuchs auf dem Alten Rathaus zum Ausfliegen zu bringen und die schwerverletzte Störchin Anna mitzuversorgen.

Diese große Unterstützung und das Gefühl nicht allein im Einsatz für bedrohte Arten und in Notsituationen zu sein gibt uns Kraft und Zuversicht uns auch weiterhin für unsere Störche und den Erhalt der Natur, die schließlich unsere Lebensgrundlage bildet, einzusetzen.

15.09.2021
Nichts Neues von Anna.

Leider können wir nichts Neues von Anna berichten. Wir haben Anna am 09.09.2021 letztlich im Flug mit hängendem Bein gesehen. Anna war zwar schon einmal mehrere Tage verschollen, ist aber dann wieder aufgetaucht. Zum damaligen Zeitpunkt konnte sie jedoch noch ihr gesundes Bein belasten. Die Beobachtungen vor dem 09.09.2021 zeigen, dass Anna ihre Zehen nicht mehr flach aufsetzt, sondern versucht auf den Zehenspitzen zu stehen und daher ständig einknickt. Vermutlich sind ihre Zehenballen schon entzündet und verursachen ihr große Schmerzen beim Stehen. In diesem Zustand wird Anna sicher keine Beute machen können. Sie wird versuchen so gut es geht Wasser aufzunehmen und von ihren Reserven zehren. Unsere bisherigen Suchen waren bislang erfolglos. Auch haben wir keine Meldung aus der Bevölkerung bezüglich des Aufenthaltes von Anna erhalten. Wir müssen leider das Schlimmste befürchten.

10.09.2021
Aktuelles zu Anna.

Am 07.09.2021 haben wir Anna gegen 11:30 Uhr liegend mit weit ausgebreiteten Flügeln auf einer Aischwiese westlich von Höchstadt gefunden. Wir haben Sie von einem Feldweg aus beobachtet und einen Fang vorbereitet. Noch bevor wir die Fangvorbereitung abschließen konnten, hat sich die Störchin mit Hilfe ihrer ausgebreiteten Flügel aufgerichtet und ist nach ca. 10 Sekunden hin und her schwanken in Richtung ihres Horstes abgeflogen. Die Fluchtdistanz betrug ca. 50 m.

Nach dem Auffliegen ist Anna ca. 15 Minuten über der Höchstadter Altstadt gekreist und dann auf dem Dachfirst des Höchstadter Schlosses gelandet. Dort konnte sie wegen der starken Schwächung des „gesunden“ Beines jedoch keinen sicheren Stand finden und ist daher in Richtung Altes Rathaus abflog. Nach einem kurzen Aufenthalt auf ihrem Horst, wo sie ebenfalls Probleme beim Landen hatte, ist sie dann Richtung Osten abgeflogen. Daraufhin haben wir systematisch die östlich von Höchstadt gelegenen Aischwiesen abgesucht. Trotz intensiver Suche konnten wir die verletzte Störchin nicht finden.

Obwohl Anna stark entkräftet ist und es den Anschein hatte sie würde die Nacht zum 08.09.2021 nicht überleben, sie zudem auch ihr gesundes Bein nicht mehr belasten kann, ist ihr Konditionszustand noch so gut, dass sie sich mit Hilfe ihrer ausgebreiteten Flügel erheben und davonfliegen kann, wie auch am Morgen des 07.09.2021. Wir haben jeweils, nachdem Anna ihren Horst verlassen hatte mehrere Stunden die Wiesen und Äcker rechts und links der Aisch von Mailach bis Medbach abgesucht, konnten die Störchin aber nicht finden.

Am Abend des 08.09.2021 ist ein Fangversuch um Haaresbreite fehlgeschlagen. Die Störchin hat danach den Storchenhorst auf dem Kreiskrankenhaus St. Anna zum Übernachten aufgesucht. Hier kann sie sich auch den Besteigungen durch ihren Partner Gerome entziehen. Den Horst auf dem Kreiskrankenhaus St. Anna hat Anna dann am 09.09.2021 kurz vor Mittag verlassen. Wir haben von ca. 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr mit einer Drohne nach dem Verbleib von Anna gesucht und sie abermals nicht finden können. Beim verspäteten Mittagessen haben wir sie dann um 14:30 Uhr ca. 5 Minuten kreisend über Höchstadt Süd gesehen, bevor sie nach Osten hinterm Horizont verschwand.

Da sich Anna im derzeitigen Zustand ohne Einsatz eines Narkoseköders nicht fangen lässt, haben wir eine ferngesteuerte Narkoseköderfalle gebaut, mit der wir den Zugang zum Narkoseköder gezielt nur für Anna ermöglichen. Befindet sich Gerome oder ein anderer Storch auf dem Horst bleibt der Narkoseköder verschlossen. Es wird vermutlich noch einige Tage dauern, bis ein Fang gelingen wird.

 

06.09.2021
1. Versuch Anna einzufangen

Beim Beobachten von Anna fiel in den letzten Tagen auf, dass ihr gesundes Bein immer öfter einknickte und sie das Gleichgewicht mit Flügelschlägen wieder herstellen musste. Auch die von der Störchin abgesetzten Kotstrahlen werden seltener und deutlich kürzer. Da sie offensichtlich geschwächt ist, konnte man die Störchin am Vormittag des 06. September über mehrere Stunden liegend im Horst sehen, wobei sie das gebrochene Bein seitlich nach hinten ablegen konnte.

Gegen 11:45 haben wir dann am 6. September einen ersten Fangversuch gewagt. Anna lag wie beschrieben im Horst und Gerome stand daneben. Beim Anfahren mit der Feuerwehr-Drehleiter ist Gerome, wie auch schon während der Zufütterung der Jungstörche, als erster vom Horst abgeflogen. Anna blieb weiterhin liegend im Horst zurück.

Wir haben die Drehleiter dann so hoch ausgefahren, bis wir mit Anna auf Augenhöhe, aber noch weit vom Horst abgewandt waren. Nach einer kurzen Pause in dieser Position haben wir die Drehleiter behutsam zum Horst gedreht und abermals eine Pause eingelegt. Danach haben wir uns sehr langsam, Zentimeter für Zentimeter dem Horst und Anna genähert. Bei einer Entfernung von ca. 5 m wurde Anna nervös und ist aufgestanden.

Anna ist offensichtlich noch vital genug, um mit ihrem gebrochenen Bein zügig aus der Liegeposition aufzustehen. Bei den Zufütterungen der Jungstörche war Anna während der Futterausbringung oft auf dem Horst geblieben und hatte lange bei einer Fluchtdistanz von unter 1 m, quasi zum Greifen nahe, ausgehalten. Zwischenzeitlich ist Anna wesentlich vorsichtiger geworden und reagiert schon bei einem Annäherungsabstand zum Horst von ca. 5 m.

Da bei dieser großen Entfernung ein Fang unmöglich war, haben wir den Fangversuch nach dem Aufstehen von Anna sofort abgebrochen. Anna ist dann noch eine Weile am Horst geblieben und ca. 5 Minuten nach dem Abbruch des Fangversuchs in Richtung Westen vom Horst abgeflogen.

Daraufhin haben wir die westlich von Höchstadt gelegenen Aischwiesen systematisch abgesucht, konnten Anna jedoch nicht finden.

Wie vermutet scheint der Fang von Anna nur durch einen Narkoseköder, der in einer ferngesteuerten „Narkosefalle“ abgelegt und nur Anna zugänglich gemacht wird, möglich zu sein. Für diese Fangmethode befinden wir uns noch in Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

Wir werden weiter zum Thema berichten.

 

23.08.2021

Jungstörche bereits auf dem Vogelzug

Die 4 Jungstörche vom Alten Rathaus haben sich mit anderen Jungstörchen aus Höchstadt und denen aus benachbarten Storchengemeinden zu sogenannten Zuggesellschaften von 100 und mehr Jungstörchen zusammengeschlossen und sich bereits auf den Weg in die südlichen Überwinterungsgebiete begeben.

Vereinzelt treffen wir noch Jungstörche aus „Spätbruten“ an, die meist erst Ende August den Jungstörchen der Frühbruten, zu denen auch die auf dem Alten Rathaus gehören, in den Süden folgen.

Anna übernachtet in den letzten Tagen meist allein auf ihrem Horst. Ein fremder unberingter Storch ist tagsüber öfters auf dem Horst zu sehen, wird aber regelmäßig von Gerome vertrieben.

Da nun die Gefährdung von anderen Störchen beim Fang von Anna weitgehend ausgeschlossen ist, werden wir noch in dieser Woche einen Fangversuch wagen.

Wir hoffen, dass uns der Fang schon beim ersten Versuch gelingt. Wir wissen aus Erfahrung, dass die Störche bei missglückten Fangersuchen immer vorsichtiger werden und der Fang mit jedem weiteren Versuch zunehmend schwieriger wird.

Uns ist auch bewusst, dass Anna beim Fangersuch tödlich abstürzen kann. Wir versuchen zwar das Risiko zu minimieren, ein Restrisiko bleibt jedoch immer.

 

 

08.08.2021

Höchstadter Störche vor dem Vogelzug, neues von den Jungstörchen und Anna

Wie auch in den Jahren zuvor mussten wir uns auch in 2021 um die Bergung und Versorgung von "Bruchpiloten" kümmern, deren meist erste Landungen missglückt waren. Meist haben die Bruchpiloten nur kleinere Blessuren und können nach ca. 2 bis 3 Erholungstagen in unserer Obhut wieder in die Freiheit entlassen werden. Sind die Verletzungen schwerwiegender oder langwieriger, bringen wir den Pflegling in unsere Auffangstation zum Tiergarten Nürnberg. Dort hat man jahrzehntelange Erfahrung mit der Behandlung von verletzten Störchen. Zudem hat der Tiergarten Nürnberg seit 2020 auch eine Auswilderungsstation, wo die genesenen Störche wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Die 4 Jungstörche vom Alten Rathaus übernachten noch regelmäßig auf ihrem Geburtshorst. Tagsüber sind sie nur spontan auf dem Horst zu sehen. Ab ca. Mitte August werden sie sich dann auf die Reise in die südlichen Überwinterungsgebiete begeben.

Bezüglich einer möglichen Behandlung des gebrochenen Beines unserer langjährigen Brutstörchin Anna vom Alten Rathaus in Höchstadt hatten wir empfohlene Tierärzte und veterinärmedizinische Unikliniken angesprochen. Einige Tierärzte, auch welche von Uni-Vogelkliniken, haben Operationen angeboten. Bei den Operationen müsste der abgestorbene Knochenbereich entfernt werden, was eine Verkürzung des verletzten Beines zur Folge haben würde. Zudem befürchten die Tierärzte, dass durch die Verbrennungen beim Erdschluss an einem 20 kV Strommast zu viel Zellgewebe, Muskel und Sehnen zerstört wurden und die zum Beutefang nötige Motorik nicht mehr hergestellt werden könnte. Eine Behandlung, die es dem Vogel ermöglichen würde in der freien Wildbahn zu überleben, konnte keiner der Tierärzte anbieten.

Auch von Pflegestationen haben wir Absagen erhalten. Die in der Vergangenheit dort aufgenommenen Prothesen-Störche zeigten schon nach ca. einem Jahr starke Entzündungen der Zehenballen des gesunden Fußes und mussten daher eingeschläfert werden. Ich habe kaum noch Hoffnung eine Pflegestation zu finden, die Anna aufnehmen würde.

Erfolgschancen bei einer solchen Verletzung gäbe es nur, wenn man den verletzten Storch innerhalb der ersten 12 Stunden nach dem Beinbruch operieren könnte, teilten uns die Tierärzte mit.

In der Praxis ist dies jedoch in den wenigsten Fällen möglich, da die Feststellung einer Verletzung frühesten am gleichen Tag, meist jedoch erst am Folgetag oder noch später erfolgt. Zudem müssen die Fangvorbereitungen getroffen werden, letztlich muss auch der Fang noch gelingen. Kann der Storch noch fliegen, ist der Fang nach meiner Erfahrung nur mittels Narkose möglich, deren Vorbereitung und Durchführung meist Tage in Anspruch nehmen.

Daher hatte ich Priorität auf die Erhaltung der Brut, mit dem Ziel sie zum Ausfliegen zu bringen, gesetzt.

Zudem dürfen bei Fangversuchen keine anderen Störche gefährdet, verletzt oder gar getötet werden. Ob ein Fang gelingt und Anna dabei keine zusätzlichen Verletzungen erleidet oder gar durch Absturz zu Tode kommt, kann auch ich nicht garantieren, obwohl ich bei meinen bisherigen Fangversuchen immer erfolgreich war.

Bedingt durch die große Fluchtdistanz in der Feldflur ist ein erfolgversprechender Fang nur am Horst durch Narkose oder bei starker Entkräftung auch in der Feldflur möglich. Da die Jungstörche vor dem Storchenzug immer noch unverhofft den Horst anfliegen und den Narkoseköder aufnehmen könnten ist ein Fangversuch frühestens nach dem Abzug der Jungstörche möglich.

Der Natur ihren Lauf lassen oder Erlösung vom Leiden, nur diese beiden Optionen bleiben, sollten wir keine Pflegestation finden, die Anna aufnehmen würde.

Ich denke wir haben bisher das maximal Mögliche in dieser Notsituation getan und viel erreicht. Mit etwas Glück werden wir nach dem Wegzug der Jungstörche auch Anna helfen können.

 

 

19.07.2021

Was ist mit dem 4. Jungstorch passiert?

Das Schicksal des 4. Jungstorch vom Höchstadter Alten Rathaus, der seit dem 15.07.2021 nicht mehr auf seinem Geburtshorst übernachtet hat, ist auch uns bisher nicht bekannt.

Bei einer eventuellen Bruchlandung hätte man uns sicher schon informiert, wenn diese zufällig beobachtet oder von Anwohnern bemerkt wurde. Erst am 13.07.2021 wurde uns der Absturz eines unberingten Jungstorches in die Traufgasse des Anwesens Dennhardt in Höchstadt gemeldet. Wegen der Enge der Traufgasse war es dem Bruchpiloten unmöglich zu starten. Wir haben den gut entwickelten kräftigen Jungstorch kurz nach der Meldung geborgen und festgestellt, dass er sich bei seiner Bruchlandung den rechten Unterschnabel gebrochen hatte. Den Jungstorch haben wir tierärztlich versorgt lassen und in unsere Auffangstation zum Tiergarten Nürnberg gebracht. Dort wird er weiter tierärztlich versorgt und nachdem der Schnabelbruch verheilt ist, was bis zu 4 Wochen dauern kann, wieder in die Freiheit entlassen. Leider hat nicht jeder Bruchpilot das Glück, dass seine Bruchlandung in einer Taufgasse oder ähnlich beengten Landplätzen bemerkt wird. Wird eine Bruchlandung nicht beobachtet und gemeldet, droht dem Bruchpiloten der Hungertod.

Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass sich der Jungstorch vom Alten Rathaus in der "Nachbarschaft" umgeschaut hat, mit diesem Familienverband auf Futtersuche geht und eventuell auch dort übernachtet. Dies aufzuklären ist bei der großen Anzahl von Bruten in unserem Raum leider nicht mehr möglich. Allein in Höchstadt gibt es 18 Storchenhorste mit Nachwuchs, in der Nachbargemeinde Uehlfeld sind es nahezu 40 Horste.

Wir können jedoch auch nicht ausschließen, dass der Jungstorch einen Unfall oder Kontakt mit einer Energieversorgungsleitung bzw. einem ungesicherten oder unzureichend gesicherten Strommast hatte und schwer verletzt wurde.

Wie geht’s weiter mit Anna?

Durch das letzte Hochwasser vom 09.07.2021 ist der Tisch für Anna auch die nächsten zwei Wochen sicher noch reichlich gedeckt. Erst wenn Anna ausgehungert wäre, könnte man einen Fangversuch mittels Narkoseköder wagen. Wir müssen daher abwarten, bis Anna die erreichbare „stationäre Beute“ ausgeht und sie geschwächt eingefangen werden kann.

12.07.2021

Anna lebt!

Anna ist noch am Leben, sie ist wieder zurück. Unsere Webseitenbesucher haben uns zahlreiche Screenshots mit Anna geschickt, wo sie z.B. am 10.07.2021 um 17:13 Uhr den Horst angeflogen hat. Heute, am 12.07.2021, ist Anna gegen 14:30 Uhr auf dem leeren Horst gelandet. Sie hat in kurzer Folge mehrere kräftige Kotstrahlen abgesetzt, woraus man schließen kann, dass sie ausreichend Beute gefunden hat. Sicher hat das aktuelle Aischhochwasser dazu beigetragen, dass auch Anna reichlich Futter findet. Wo sich die Störchin in den letzten Tagen aufgehalten hat, wissen wir nicht. Dem versierten Beobachter müsste sie an ihren Aufenthaltsorten wegen dem hängenden Bein aufgefallen sein.

Jetzt warten wir noch die ausstehenden Meldungen von zwei Tierkliniken ab und werden dann über das weitere Vorgehen beraten.

Für die Mithilfe, die sehr zahlreichen Rückmeldungen und die Spenden unserer Webseitenbesucher möchten wir uns hier noch einmal recht herzlich bedanken.

12.07.2021

Verletzter Jungstorch AT386

Der hinkende Jungstorch AT386 konnte zwischenzeitlich seine Prellung, die er sich vermutlich bei einer „Bruchlandung“ zugezogen hatte, ausheilen und kann jetzt wieder normal gehen.

Abklärung möglicher Operationen der verletzten Störchin Anna

Vor einem Fangversuch muss geklärt werden, wie und wo unsere Brutstörchin Anna tierärztlich behandelt werden kann. Wir haben daher zahlreiche, auch von unseren Webseitenbesuchern empfohlene, Tierärzte und Vogelkliniken angerufen, angeschrieben und ihnen Bilder geschickt, um mögliche Behandlungsmethoden für Anna abzuklären. Bisher haben uns die Tierärzte keine Hoffnung gemacht. Es sei offensichtlich zu viel Gewebe bei dieser, durch Erdschluss an einem 20 kV Freileitungsmast verursachten, Verletzung irreparabel zerstört worden. Eine kurative Behandlung sei daher nicht mehr möglich.

Unsere Hoffnung, dass zwischenzeitlich im Bereich der Tiermedizin neuere Behandlungsmethoden entwickelt wurden, die man bei Anna hätte anwenden können, haben sich leider nicht erfüllt. Aber es war ein Versuch wert dies aktuell abzuklären. Nur ein Knochenbruch, der unmittelbar nach dem Bruch behandelt wird, hat Chancen auf Wiederherstellung der Bewegungsmotorik. Ein früher Fang war, ohne die Jungstörche zu gefährden, leider nicht möglich. Erschwerend kamen bei Anna noch die starken Gewebeverletzungen durch den Erdschluss hinzu.

 

Unterbringung in einer Pflegestation

Rückmeldungen von Pflegestationen haben ergeben, dass sie keine Prothesenstörche mehr aufnehmen, da diese schon nach einem Jahr schwere Erkrankungen der Fußzehenballen zeigen und dann eingeschläfert werden müssten. Zudem hätten sich die Storchenpopulation nicht nur in Deutschland erfreulich entwickelt, was auch zu mehr Storchenunfällen und damit auch zu mehr pflegebedürftigen Störchen führe. Mitunter würden auch die Pflegeplätze knapp. Auch von dieser Seite wurde uns empfohlen das Leiden von Anna zu beenden.

Wo ist die verletzte Störchin Anna

Bis zum 06.07.2021 konnten wir die verletzte Brutstörchin zusammen mit anderen Störchen in den nahegelegenen Aischwiesen und an ihren Übernachtungsplätzen beobachten. Anna hat zwar den einen oder anderen Futterbrocken aufgenommen, jedoch ihre Fluchtdistanz von ca. 50 m beibehalten, was einen Fang in den Wiesen unmöglich machte. Die angelegte Bodenfütterung wurde weder von Anna noch von anderen Störchen angenommen, obwohl diese von Annas Horst her einsehbar waren und ihr auch von den Zufütterungen in winterlichen Notzeiten noch bekannt sein sollten.

Nachdem wir Anna in der Nacht zum 06.07.2021 nicht an ihren Schlafplätzen finden konnten, haben wir am folgenden Tag die Aischwiesen und speziell ihre dort bekannten Aufenthaltsorte der letzten Wochen systematisch abgesucht, sie jedoch nicht finden können.

Einer unserer Webseitenbesuch, ein Drohnenpilot aus Neumarkt hat von den Problemen um Anna erfahren und Unterstützung mit seiner professionellen Industrie-Drohne bei der Suche und dem Einfangen von Anna angeboten. Dieses Angebot haben wir gerne dankend angenommen und schon am 07.07.2021 mit dem Dohneneinsatz begonnen. Trotz der sehr guten Bildqualität und dem Einsatz einer Wärmebildkamera konnten wir Anna nicht finden. Auch auf der nahegelegenen Kompostanlage haben wir gesucht und 13 Störche sehen können. Anna war jedoch nicht dabei. Im letzten Winter hatte Anna regelmäßig die Kompostanlage aufgesucht, um fressbares im wochentäglich angelieferten Biomüll zu finden. Sie kennt daher auch diese Futterquelle.

Da auch diese Suche erfolglos war, hatten wir mit Fernglas und Fernrohr weiter nach Anna gesucht. Die Drohnensuche hatten wir am 10.07.2021, am Tag des Jahrhunderthochwassers in Höchstadt, fortgesetzt. Schon nach den ersten Flügen mussten wir feststellen, dass es bei diesem Hochwasser unmöglich war Anna zu finden.

Wir vermuten, dass Anna noch am 06.07.2021 einem Fuchs oder einem anderen großen Beutegreifer zum Opfer gefallen ist. Verhaltensauffällige Beutetiere werden von Beutegreifer schnell bemerkt und sind für diese meist einfache Beute. Daraufhin deutet auch die Tatsache, dass wir Anna seit diesem Tag nicht mehr an ihren gewohnten Schlafplätzen finden konnten. Da wir keine Chance sehen Anna noch lebend zu finden, werden wir die weitere sehr zeitaufwändige Suche einstellen.

Jahrhunderthochwasser an der Aisch

Die massiven Regenfälle mit starkem Dauerregen in der zweiten Juliwoche 2021 haben am 10.07.2021 zu einem Jahrhunderthochwasser in Höchstadt an der Aisch geführt. Die Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe, die Feuerwehren, die Polizei und das Technisches Hilfswerk waren im Dauereinsatz, um Schlimmeres zu verhindern, den Verkehr umzuleiten und Keller auszupumpen. In einigen Landkreisen an der Aisch wurde der Notstand ausgerufen.

Viele Tiere, die nicht oder nicht schnellgenug vor dem Hochwasser flüchten konnten, sind ertrunken. Des einen Leid des anderen Freud, heißt es in einem Sprichwort. So können sich auch die Störche an der Aisch über einen hochwasserbedingt reichlich gedeckten Tisch freuen, der ihnen in den nächsten zwei Wochen üppige Mahlzeiten bieten wird.



01.07.2021

4 Jungstörche ausgeflogen

Alle 4 Jungstörche vom Alten Rathaus in Höchstadt sind am 01.07.2021 gegen 11:00 Uhr gemeinsam ausgeflogen, auch der Hinkende AT386.

Jungstorch verletzt

Am 29.06.2021 ist ein Jungstorch verletzt zum Horst auf dem Alten Rathaus in Höchstadt zurückgekehrt. Der verletzte Storch hinkt stark und versucht sein rechtes Bein zu entlasten. Da uns noch keine Augenzeugenberichte vorliegen, vermuten wir eine „Bruchlandung“. Beim Landen auf Dächern rutschen die noch unerfahrenen Jungstörche mitunter ab und können sich dabei mehr oder weniger stark verletzten. Blitzableiter auf den Dachfirsten sind eine tückische Gefahr für die Jungstörche, bei denen sie sich Prellungen, Beinbrüche und Luxationen zuziehen können.

Der verletzte Jungstorch ist trotz seiner Beinverletzung zusammen mit zwei Geschwistern am 30.06.2021 vom Horst abgeflogen, zeigte am Abend des 30.06.2021 jedoch noch starkes Hinken.

Prellungen behindern zwar ein paar Tage, heilen jedoch meist schnell ab. Bei einer möglichen Luxation müsste der Storch schnellstmöglich tiermedizinisch versorgt werden, damit es zu keiner Fehlstellung des luxierten Beines kommt. Da der Jungstorch bei Annäherung im Feld und am Horst wegfliegen würde, ist das Einfangen leider nicht möglich.

Fangmethode mit Netz oder Schlinge

In den über 40 Jahren unserer Weißstorcharbeit haben wir schon viele Störche einfangen müssen und auch den Fang mit Netz oder Schlinge versucht. Gelingt der Fangversuch mit Netz oder Schlinge nicht auf Anhieb, hat man in aller Regel keine Chance mehr mit dieser Methode erfolgreich zu sein, da verletzte Weißstörche immer vorsichtiger werden und die Fluchtdistanz stark zunimmt.

Fangmethode bei „Bruchlandungen“

Schockbedingt laufen Störche, egal ob Jung- oder Altstorch, nach Bruchlandungen im Bereich von Siedlungen umher. Zum Fang werden sie zusammen mit Helfern langsam und behutsam in eine Ecke gedrängt, wo sie dann ohne Panik ergriffen werden können.

Fangmethode mittels Narkose

Sind die verletzten Störche voll flugfähig, sollte nach unserer Erfahrung der Fang mittels Narkose angewendet werden, da dieser am wenigsten Stress für die Vögel verursacht. Bezüglich der Verträglichkeit des Narkosemittels haben wir bisher nur positive Erfahrungen gemacht.
Eine Narkose läuft wie folgt ab. Ein Futterbrocken, ein Küken oder ein kleiner Fisch, wird mit Narkosemittel präpariert und im Umfeld von ca. 2 m des zu fangenden Storches ausgelegt. Das funktioniert jedoch nur, wenn der Storch schon ausgehungert und geschwächt ist. Es darf nur ein Narkoseköder ausgelegt werden, da die Dosierung gewichtsabhängig angewendet wird und bereits die zweifache Menge des Narkosemittels zum Tod führen kann. Zudem muss sichergestellt werden, dass nur der zu fangende Storch den Narkoseköder fressen kann. Wurde der Narkoseköder vom Storch aufgenommen, braucht es je nach Mageninhalt zwischen ein und acht Stunden, bis die Narkose wirkt. In dieser Zeit muss der Storch kontinuierlich überwacht werden, was im Feld mitunter sehr schwierig ist. Tritt die Narkosewirkung ein, während sich der Storch auf einem Dachfirst oder einer Sirene befindet, kann er abstürzen und sich zusätzliche Verletzungen zuziehen. In der Regel wird er zuvor auf seinen Horst oder ins Umfeld auf eine Wiese fliegen. Erst nach voller Wirkung der Narkose kann der narkotisierte Storch geborgen werden. Zuvor muss jegliche Störung vermieden werden.

Diagnose mittels Webcam

Zur genaueren Beurteilung der Webcambilder hatten wir die Bildqualität kurzzeitig hochgesetzt und festgestellt, dass der hinkende Jungstorch die Ringkennzeichnung AT386 trägt und er als „Mutigster“ auch als erster geflogen ist. In den Livebildern kann man erkennen, dass das rechte Bein noch belastbar ist, jedoch wegen Schmerzen geschont wird. Bei der Motorik des rechten Beines konnten wir außer dem starken Zittern keine weiteren Auffälligkeiten feststellen. Der Ring sitzt locker und beweglich auf dem Intertarsalgelenk. Wir vermuten daher eine Prellung mit Entzündung des rechten Intertarsalgelenks, die vermutlich bald abheilen wird.

Ausfliegen der Jungstörche

Die ersten „Ausflüge“ sind nur von kurzer Dauer und werden über den Dächern der Höchstadter Altstadt absolviert. Die Landungen erfolgen dabei auf dem Horst. Mit zunehmendem Wagemut und Flugsicherheit werden die Ausflüge immer länger und die Landungen erfolgen auch auf Dächern der Altstadt. Nach ca. einer Woche werden dann schon Bodenlandungen unternommen. Das ist auch der Zeitpunkt, wo die „Jagdschule“ durch die Brutstörche im Familienverband beginnt.

Versorgung der Jungstörche nach dem Ausfliegen

Die Jungstörche werden ca. 3 bis 4 Wochen nach dem Ausfliegen weiter von den Brutstörchen mit ausgewürgtem Futter sowohl am Horst als auch im Feld versorgt. Im Familienverband lernen die Jungstörche von den Eltern dann die unterschiedlichen Jagdmethoden kennen. Nach ca. 4 Wochen finden sie eigenständig ausreichend Futter und die Brutstörche stellen die „Zusatzversorgung“ ein. Danach kann man große Gesellschaften von bis zu 100 Jungstörchen auf den Aischwiesen beobachten.

Zuvor sind, wie schon im letzten Jahr berichtet, auch Nachbarschaftsbesuche von Jungstörchen anderer Horste möglich. Bei den Nachbarn schmeckt es bekanntlich besser.

Wasser im Storchenhorst

Wie in den letzten Junitagen und auch heute am 01.07.2021 deutlich zu sehen war, läuft das Wasser durch den starken Dauerregen der letzten Tage nicht mehr schnell genug ab und bleibt über längere Zeit im Horst stehen. Damit dieser Zustand nicht während der Eiablage und auch nicht in den ersten 7 Lebenswochen der Jungstörche entsteht, stellen wir zur Minimierung der Nestlingsverluste kurz vor der Brutzeit die verlorengegangene Wasserdurchlässigkeit wieder her. Durch den Eintrag von wasserundurchlässigem Nistmaterial während der Brutzeit wird die Horstmulde zunehmend abgedichtet und der Wasserablauf stetig verschlechtert. Ab einem Alter von ca. 7 Wochen stehen die Jungstörche schon auf ihren Zehen oder hocken auf ihren Fersen und sind bei ausreichender Futterversorgung somit auch gegen Unterkühlung geschützt.

Wie geht es mit Anna weiter?

Wir werden in den nächsten Tagen einen Narkoseversuch bei Anna wagen. Ob dieser gelingt, ist von den oben beschriebenen Einflussfaktoren und der Verfügbarkeit der Feuerwehrdrehleiter abhängig.

Wir werden weiter über die Ereignisse berichten.



23.06.2021

Jungfernflug

Am 22.06.2021 hat der forscheste unserer 4 Jungstörche vom Alten Rathaus in Höchstadt kurz nach 9:00 Uhr seinen ersten Flug über die Dächer der Höchstadter Altstadt im Alter von 9 ½ Wochen gewagt und ist sicher wieder auf seinem Geburtshorst gelandet. Seine Geschwister werden es ihm in den nächsten Tagen, inspiriert von diesem Erlebnis, gleichtun. Der „Ängstlichste“ braucht erfahrungsgemäß etwas länger, bis er sich traut.

Entwicklung der Jungstörche

Die vier Jungstörche haben sich dank der regelmäßigen Zufütterungen, die wir seit dem Bruch des Beines unserer Brutstörchin Anna bis zur 8. Lebenswoche täglich, dann bis zur 9. Lebenswoche jeden zweiten Tag und anschließend bis zur 10.Lebenswoche jeden 3. Tag direkt am Storchenhorst vorgenommen hatten, prächtig entwickelt. Die Energiereserven sind nun so weit aufgebaut, dass sie den Vogelzug oder eine mögliche Überwinterung in ihrer Brutheimat überleben können. Wir werden daher die Zufütterung der Jungstörche am Horst nach der 10. Lebenswoche der Jungstörche einstellen.

Wie geht es Anna

Mit einem gebrochenen Bein war Anna nicht mehr in der Lage ihren Anteil an der Versorgung der 4 Jungstörche zu leisten. Sie bewältigt ihren Alltag auf einem Bein zwischenzeitlich recht gut. Die Punktlandungen auf benachbarten Hausdächern oder der Sirene nebenan gelingen sehr sicher. An diesen Orten übernachtet Anna auch überwiegend. Beim letzten heftigen Gewitter mit Starkregen in der Nacht vom 20.06.2021 war Anna während des Unwetters zusammen mit ihrer Familie auf dem Horst des Alten Rathauses.

Obwohl sie sich regelmäßig bei unseren Zufütterungen bedient hat, fliegt sie wie gewohnt zur Futtersuche auch in die gemähten Wiesen im nahen Horstumfeld. Durch ihren Beinbruch findet sie dort jedoch nur wenig stationäre Beute, die nicht flüchten kann. Zudem ist ihr Aktionsradius auf der Wiese durch die nahezu auf null reduzierte Lauf-Mobilität erheblich eingeschränkt, was zu einer sehr „schmalen Jagdbeute“ führt. Da eine ausreichende Eigenversorgung unter diesen Bedingungen nicht möglich ist, würde die Störchin ohne menschliche Unterstützung von ihren Energiereserven zehren bis diese erschöpft sind und sie letztlich verhungert.

Wie geht es weiter mit Anna

Wir haben bisher schon mehrere Tierärzte bezüglich der Behandlung von Anna angefragt, wobei alle der Meinung waren, dass das Bein von Anna übel aussehe und vermutlich nicht mehr zu retten sei. In der freien Natur hätte sie keine Überlebenschance und solle besser von ihren Schmerzen und Leiden erlöst werden.

So sei nun mal die Natur, hart und erbarmungslos, das wissen wir auch.

Anna hat jedoch noch eine Chance als sogenannter „Prothesenstorch“ in einem Storchenhof, Vogel- oder Wildpark ihre weiteren Jahre zu verbringen, wenn wir denn einen Platz für sie finden können.

Erst nachdem alle Jungstörche ausgeflogen sind und nicht mehr zum Horst zurückkehren, können wir einen Fangversuch wagen. Gelingt dieser, wird Anna tierärztlich versorgt. Sobald sich eine Unterbringung als Prothesenstorch ergeben hat, werden wir eine Beinprothese für Anna anfertigen lassen und sie zu ihrem neuen Zuhause bringen.

Wir werden weiter über die Ereignisse berichten.



11.06.2021

Notsituation auf dem alten Rathaus

Wie bereits berichtet, betreiben wir unsere tägliche Zufütterung direkt im Storchenhorst auf dem Alten Rathaus in Höchstadt seit dem 31.05.2021. Anfangs waren die 4 Jungstörche und auch die schwerverletzte Brutstörchin Anna ausgehungert und haben daher ausreichend Futter erhalten. Die tägliche Futterration haben wir anschließend dem Bedarf angepasst. Bis auf ein Paar abgeworfene Futterbrocken haben die Jungstörche, Anna und Gerome die Unterstützung dankbar angenommen.

Die Jungstörche haben sich bisher prächtig entwickelt, obwohl dass augenscheinlich durch das verschmutze Bauchgefieder der letzten Regenschauer mit teilweise Starkregen anders auf den Betrachter wirken mag.

Die Jungstörche sind jetzt 8 Wochen alt und werden mit den ersten „Senkrechtstarts“ beginnen. Erreichen Sie dabei Höhen von ca. 4 bis 5 m, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Böe den ersten Freiflug erzwingt.

Zur „Flugmotivation“ reduzieren die Brutstörche ab ca. der 8. Lebenswoche die eingetragene Futtermenge. Bekanntlich wird man mit „Übergewicht“ etwas träge. Offensichtlich ist das bei den Störchen auch so. Auf Grund dieser langjährigen Erfahrung werden wir die Futtermenge jetzt reduzieren und auch nur jeden zweiten Tag eine Zufütterung vornehmen.

In der nächsten Woche erwarten wir die ersten „Freiflüge“.

Anna übernachtete in den letzten Nächten auf einem Nachbardach. Am 10. und 11.06.2021 landete Anna, noch während der Ausbringung des Futters, neben ihrer Brut auf dem Horst. Ein Zeichen dafür, dass sie unsere Unterstützung schätzt, vermutlich hungrig, aber trotzdem vorsichtig ist. Durch die Aktivitäten zweier Jungstörche, die sich bei der Ausbringung des Futters gleich bedient hatten, ist Anna dann auf die benachbarte Sirene ausgewichen. Während der Aufenthalte am Horst konnte man den jetzt völlig offenen Beinbruch gut erkennen. Die Durchblutung des Hautgewebes am Fuß scheint noch zu funktionieren. Die Versorgung des Fußknochens ist fraglich.

Anna kann frühestens nach dem Ausfliegen aller Jungstörche eingefangen und anschließend tierärztlich versorgt werden.

Die nächste Fütterung wird am 12.06.2021 um ca. 10:00 Uhr stattfinden.

 

 

 

 

 

05.06.2021

Zufütterung im Notfall

Wie bereits berichtet, war am 25.05.2021 die Brutstörchin Anna vom Höchstadter Alten Rathaus mit einer schweren Beinverletzung zum Horst zurückgekehrt. Nach intensiven Bemühungen konnte die behördliche Erlaubnis für eine Zufütterung am Horst eingeholt werden.

Wir betreiben diese Zufütterung seit dem 31.05.2021 täglich. Auch die verletzte Störchin Anna und ihr Brutpartner Gerome versorgen sich an dieser Fütterung mit. Das von den Brutstörchen aufgenommene Futter würgen sie nach kurzer Zeit ihren Jungstörchen wieder aus.

Durch unsere 15 jährige „Beziehung“ kennen Anna und Gerome schon die Abläufe bei einer „Störung“ durch eine Horstkontrolle oder durch die Beringung der Jungstörche und nehmen diese gelassen hin.

Wie bei den letzten Zufütterungen in den Livebildern zu erkennen war, war auch Anna bei einigen Fütterungsterminen am Horst. Sie war sehr vertraut und verlässt den Horst erst kurz vor dem Anlegen der Feuerwehrdrehleiter. Unmittelbar nach der Futterablage kehrte sie dann zum Horst zurück und verschlingt hungrig ca. 500 Gramm des dargereichten Futters.

In der derzeitigen Wachstumsphase braucht ein Jungstorch täglich ca. 500 Gramm Futter. Zur Eigenversorgung und zur Versorgung der anteiligen Brut müsste Anna täglich ca. 1.500 Gramm Beute machen, was ihr mit dieser schweren Beinverletzung nicht gelingen wird. Daher müsste Ihr Partner Gerome die Versorgung der Brut allein stemmen und täglich 2,5 kg erbeuten, was auch er nicht schafft wird.

Solange die Jungstörche noch Akineseverhalten zeigen oder den „Zufütterer“ mit dem Schnabel attackieren und somit Angriffsverhalten zeigen, solange werden wir die Zufütterung in dieser Notsituation fortsetzen.

Zeigt einer der Jungstörche jedoch Fluchtverhalten, müsste die Zufütterung eingestellt werden. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass sich das Angriffsverhalten des agilsten Jungstorches auf seine Geschwister überträgt und bei behutsamem Vorgehen kein Fluchtverhalten zu erwarten ist.

Bei den Zufütterungen konnten wir auch einen Blick auf die Verletzung von Anna aus nächster Nähe werfen und einen offenen Bruch über dem linken Intertarsalgelenk erkennen. Wie gut die Versorgung des Haut- und Knochengewebes noch funktioniert, können wir derzeit nicht beurteilen. Offensichtlich wird das Hautgewebe des verletzten Beines noch durchblutet, da es noch keinen merklichen Farbunterschied zum gesunden Bein gibt.

Ein solcher Bruch ist für einen Storch in freier Wildbahn in der Regel das Todesurteil. Da er keine „Laufbeute“ erreicht, schrumpfen die Energiereserven. Die Strapazen eines Vogelzuges würde er mangels Energiereserven daher nicht überleben.

Das Problem mit dem Vogelzug hat Anna als langjährige „Vogelzug-Verweigerin“ jedoch nicht. Sie überwintert schon seit 15 Jahren zusammen mit Gerome in Höchstadt. Wie auch alle anderen Überwinterer in unserem Betreuungsgebiet, wurden auch Anna und Gerome in Notzeiten mit Dauerfrost oder hohen Schneelagen von uns mit Futter versorgt und konnten somit auch mehrwöchige Notzeiten, die ansonsten große Verluste gefordert hätten, überleben.

Bezüglich der neuesten Behandlungsmethoden bei Beinbrüchen von Störchen, werden wir recherchieren und hoffen auch auf Unterstützung unserer Webseitenbesucher. Danach würden wir abklären, ob diese erfolgversprechend bei Anna angewendet werden könnte. Eine mögliche Behandlung könnte frühestens nach dem Ausfliegen der Jungstörche veranlasst werden.

Am 05.06.2021 mussten wir wegen der Wettersituationen mit lokalen Gewittern leider die, im geplanten Zeitfenster vorgesehene, Fütterung ausfallen lassen.

Sollte es die Gewittersituation zulassen, werden wir die nächste Fütterung am 06.06.2021 zwischen ca. 11:00 und 12:00 Uhr vornehmen.

Mehrere Besucher von https://storchennest-hoechstadt.de/live-cam hatten eine Zufütterung mittels Drohne vorgeschlagen. Der persönliche Eindruck der Situation und des Verhaltens der Störche ist immer noch am besten mit dem persönlichen „Augenschein“ zu beurteilen. Erst wenn dies Mangels verfügbarem Gerät oder der hohen Gerätekosten nicht möglich sein sollte, würden wir auf alternative technische Lösungen zurückgreifen.

Im Vorfeld haben wir daher auch den Drohneneinsatz geprüft. Die Drohne müsste eine zusätzliche Nutzlast von ca. 2 bis 3 kg tragen und diese auch abwerfen können. Da man für solche Geräte, einschließlich der notwendigen Ausrüstung, mit Anschaffungskosten von ca. 25.000 € und mehr rechnen muss, haben wir diese Option wegen der hohen Kosten vorerst auf Eis gelegt.

 

 

31.05.2021

Zufütterung im Notfall

Da es noch andauert bis die von uns eingerichtete Futterstelle am Boden von den Störchen gefunden und angenommen wird, haben wir in Abstimmung mit der Regierung von Mittelfranken und mit Unterstützung durch die Stadt Höchstadt, die ihre Feuerwehr-Drehleiter kostenlos zur Verfügung stellt, ab dem 01.06.2021 eine tägliche Zufütterung am Horst vereinbart. Die täglichen Fütterungstermine müssen wir in ein variables freies Zeitfenster der Maschinisten legen und können sie daher leider nicht immer im Vorfeld planen und bekannt geben.

Sollten die Jungstörche beim Annähern der Drehleiter Fluchtverhalten zeigen, müssen wir die Zufütterung am Horst zum Schutz der Jungstörche leider beenden, da diese noch nicht flugfähig sind und sich bei einem möglichen Absprung schwer verletzen und auch zu Tode kommen könnten.

Auch wenn die von uns in Sichtweite des Horstes angelegte Boden-Futterstelle von Gerome und/oder Anna angenommen wird und die Brut über diesen Weg ausreichend versorgt werden kann, werden wir die Zufütterung am Horst einstellen und nur noch die Bodenfütterung täglich mit frischem Futter beschicken.

Die verletzte Störchin Anna fliegt noch sehr gut, ist achtsamer geworden, hat eine Fluchtdistanz von ca. 100 m und findet anscheinend so viel „unbewegliches Futter“, dass zwar eine minimale Eigenversorgung gegeben ist, sie die Brut jedoch nicht mitversorgen kann. Im derzeitigen Zustand ist es nicht möglich sie einzufangen und tierärztlich versorgen zu lassen.

Das Beschießen mit einem Narkosepfeil, wird zwar bei großen Säugetieren erfolgreich angewendet, ist bei Vögeln mangels vorhandener bzw. treffbarer Muskelmasse und wegen der Gefahr von Verletzungen durch Fehlschüsse nicht möglich.

Aus Erfahrung wissen wir, dass auch Fangversuche mit Netzen keine Aussicht auf Erfolg bieten.

Erst nach dem Anna ihre Reserven aufgebraucht hat, besteht eine Chance sie mittels Narkose einzufangen und tierärztlich versorgen zu lassen.

 

 

29.05.2021

Storchenbrut in Not - Beringung - erste Fütterung

Wir möchten uns recht herzlich bei allen bedanken, die mit dazu beigetragen haben, dass in der Notsituation am Storchenhorst auf dem Höchstadter Alten Rathaus gemeinsam eine Lösung mit Ausnahmeregelungen gefunden werden konnte und das Fütterungsverbot unter strengen Auflagen für diese Notsituation aufgehoben wurde. Wir werden daher noch am 29.05.2021 gegen ca. 15:00 Uhr im Rahmen der Beringung die erste Fütterung am Horst vornehmen.

Nach Vorlage der behördlichen Auflagen für die Ausnahmegenehmigung werden wir prüfen, ob diese auch praktisch umgesetzt werden können und zu einer ausreichenden Versorgung von Anna und ihrer Brut führen.

Es war bisher leider zeitlich nicht möglich die sehr zahlreichen Unterstützer-Mails zu lesen, geschweige denn, zu beantworten. Wir werden weiterhin ausführlich über die Ereignisse berichten, wodurch sicher ein Großteil der Fragen aus den Mails beantwortet wird.

 

 

28.05.2021

Storchenbrut in Not

Wir möchten uns für die zahlreichen Mails und Hilfsangebote in dieser Notsituation recht herzlich bedanken und um Verständnis bitten, dass wir die sehr zahlreichen Mails nicht individuell beantworten können.

Die Storchenbrut und Anna sind zur Zeit minimal versorgt, was jedoch auf Dauer nicht ausreicht. Wir bemühen uns intensiv um die zumindest vorübergehende Aufhebung des derzeitigen Fütterungsverbotes, damit die Brut und auch die verletzte Anna ausreichend versorgt werden können. Möglicherweise hilft es auch wenn sich unsere Webseitenbesucher bei der Regierung von Mittelfranken und bei der Bayerischen Staatsregierung für eine entsprechende Ausnahmegenehmigung einsetzen. Wie auch bei anderen Themen wird sich vermutlich erst nach massivem Druck der Öffentlichkeit etwas ändern.

 

 

28.05.2021

Storchenbrut in Not, Brief an die Regierung von Mittelfranken mit Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Versorgung der Brut und der verletzten Störchin

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich der Notsituation am Storchenhorst auf dem Höchstadter Alten Rathaus  vom 25.05.2021, wo die Brutstörchin gegen 19:30 Uhr mit einem gebrochenen Bein zu ihren 4 Jungstörchen zurück kehrte, hatte ich am Morgen des 26.05.2020 die Regierung von Mittelfranken in Ansbach per Mail und auch telefonisch kontaktiert, um die weitere Vorgehensweise hinsichtlich der Erhaltung der Brut und die Versorgung der Störchin abzustimmen.

Bei der Regierung von Mittelfranken hatten sich daraufhin die Fachabteilungen für Naturschutz, das Veterinärwesen und dem Tierschutz beraten.

Mein erster Vorschlag, eine Fütterung in den Aischwiesen zur Unterstützung der Brut und der schwer verletzten Störchin anzulegen, wurde zwar von Seiten des Naturschutzes unterstützt, jedoch von der Fachabteilung für das Veterinärwesen abgelehnt. Begründet wurde dies mit dem generellen Fütterungsverbot für Wildvögel in Bayern wegen der Anfang 2021 aufgetretenen Vogelgrippefälle ( dieses Verbot gilt jedoch nicht für Singvögel).

Auch der zweite Vorschlag, die Storchenbrut direkt und effizient am Storchenhorst mit Futter zu versorgen wurde abgelehnt. Begründet wurde dies mit tierschutzrechtlichen Bedenken bezüglich einem möglichen Abspringen von Jungstörchen beim Anfahren mit der Feuerwehrdrehleiter.

Auch mit meinem Einwand, dass wir beide Hilfeleistungen, mit Futterstelle am Boden und direkt am Storchenhorst, in der Vergangenheit in Notsituationen schon mehrfach erfolgreich praktiziert hätten und die so versorgten Bruten ausnahmslos zum Ausfliegen gekommen wären, konnte ich die Regierung von Mittelfranken am Telefon nicht umstimmen.

Man wolle bis Freitag, den 28.05.2021, anhand unserer Webcambilder https://storchennest-hoechstadt.de/live-cam diese Notsituation beobachten und dann beurteilen, ob die schwer verletzte Störchin und der Storch die Brut ausreichend versorgen können.

Falls dies wider Erwarten gelingen sollte, erwiderte ich, könnten zwar die Jungstörche eventuell zum Ausfliegen kommen, wären jedoch unterversorgt, stark untergewichtig und hätten  mangels ausreichender Energiereserven keine Chance den Vogelzug oder, falls sie nicht ziehen, eine Überwinterung zu überleben.

Von nur einem Brutstorch aufgezogene 3er oder 4er Bruten haben erfahrungsgemäß ein Gewicht von deutlich unter 2 kg. In Norddeutschland hat man solche Jungstörche, die auch beringt wurden, kurz nach dem Ausfliegen einfangen müssen und Gewichte von ca. 1100 bis maximal 1900 Gramm festgestellt. Erst ab einem Gewicht von ca. 3 kg und mehr hat ein Jungstorch gute Überlebenschancen. Mit 2 kg und weniger ist er ein sicherer Todeskandidat, dessen Tod nicht registriert und von Niemandem bemerkt wird.

Meine Erfahrungen mit der Regierung von Mittelfranken zeigen, dass es leicht ist eine Ausnahmegenehmigung zur „Störung von Storchenbruten“ innerhalb von nur einem Tag zu erhalten, um beispielsweise Sanierungsarbeiten an Gebäuden durchführen zu können, eine Genehmigung zur Versorgung von Bruten in Notsituationen bisher jedoch schier unmöglich war.

Die Beurteilung von Situationen für Ausnahmegenehmigungen erfolgt bisher immer nur vom fernen Beamten-Schreibtisch aus. Auch weitere fachlichen Stellungnahmen, die für solche Ausnahmegenehmigungen eingeholt wurden erfolgten zum Großteil durch „Ferndiagnosen“ oder anhand von statischen Bildern.

Behördliche Vor-Ort-Beurteilungen und Prüfung von Gründen der Antragstellung werden nach meiner Erfahrung nur sehr selten vorgenommen. Auch die langjährige praktische Erfahrung von Fachleuten vor Ort, die in der Vergangenheit auch schon derartige Notsituationen mehrfach erfolgreich gelöst haben, wurde bisher ignoriert.

Sich als Behörde für „natürliche Abläufe“ und das „Sterbenlassen“ zu entscheiden ist  einfach und bequem, da man, im Gengensatz  zu Privatpersonen, als Beamter ja nicht zur Rechenschaft für unterlassene Hilfeleistung gezogen wird, oder vielleicht doch?

Sich für Lösungen zur Erhaltung und für Ausnahmen einzusetzen, ist mit Arbeit und mitunter auch mit Ärger verbunden.

Wenn man der „Natur nur ihren freien Lauf lässt“,  welche Daseinsberechtigung gibt es dann noch für eine Naturschutzbehörde?

Empörend und am Schlimmsten finde ich jedoch, wenn mögliche Hilfeleistungen von Privatpersonen behördlich verboten werden und in Folge dessen Tiere zu Tode kommen.

Zudem gibt es keine Rechtsgrundlage, die es verbieten würde in Notsituationen Menschen oder auch Tieren zu helfen und sie zu retten.

Wir sind stolz darauf in den über 40 Jahren unserer praktischen Weißstorcharbeit durch systematische Analysen von Michael Zimmermann und Edmund Lenz den Grund für den drastischen Rückgang der Weißstorchpopulation in den 1980ern gefunden zu haben. Die sehr hohen Mortalität war der Grund hierfür. Von statistisch 5 gelegten Eiern schlüpften statistisch 4 aus und von denen wiederrum verendeten 2 statistisch durch Unterkühlung bei Stark- oder Dauerregen in ihren wasserundurchlässigen Bruthorsten (z.B. durch Eintrag von Plastikfolien). Von den statistisch noch zwei ausgeflogenen Jungstörchen verendete in den 1980ern  statistisch noch einer innerhalb der bayerischen Landesgrenzen an einer ungesicherten Mittelspannungsleitung durch Stromschlag oder Ableitstrom (Kriechstrom). Das Störchlein, welches statistisch die bayerische Landesgrenze überqueren konnte, musste dann noch die lange Zugstrecke ins Überwinterungsquartier und als geschlechtsreifer Storch den Rückweg ins Brutgebiet mit noch deutlich höherem Gefahrenpotential  überleben.

Durch die aktive Horstbetreuung der Natur- und Umwelthilfe e.V. (NUH), der Michael Zimmermann und Edmund Lenz angehören, wurde in den Storchenhorsten die verlorengegangene  Wasserdurchlässigkeit kurz vor der Brutzeit wieder hergestellt und somit die Ausflugquoten nahezu verdoppelt. Diese Erfolgsmethode wurde im Betreuungsgebiet der NUH an Aisch, Aurach und Ebrach praktiziert. In Baden Württemberg hatte Walter Feld von dieser Erfolgsmethode erfahren und sie dann landesweit in Baden Württemberg eingeführt und praktiziert. Die Erfolge dieser Methode lassen sich durch die Bestandsentwicklung in diesen Gebieten nachweisen.

Da die Regierung von Mittelfranken ihrer Fürsorge für die bedrohte Vogelart Weißstorch hinsichtlich der Erhaltung der Schöpfung offensichtlich nicht gerecht wird und das Risiko eingeht, dass die 4 Jungstörche und die verletzte Störchin vom Höchstadter Alten Rathaus zu Tode kommen, beantrage ich hiermit für diese Notsituation eine Ausnahmegenehmigung zur Fütterung der Storchenbrut direkt am Horst des Alten Rathauses in Höchstadt an der Aisch bis eine ebenfalls beantragte Bodenfütterung von den Brutstörchen angenommen wird. Der Betrieb dieser Bodenfütterung sollte bis zum Ausfliegen der Jungstörche erfolgen. Die Kosten für diese Hilfsaktion würde ich übernehmen.

Für eine kurzfristige Antwort bedanke ich mich recht herzlich.

 

Mit freundlichen Grüßen

Edmund Lenz

 



25.05.2021
Anna mit schwerer Beinverletzung

Am 25.05.2021 wurde von mehreren Besuchern unserer Webseite berichtet, dass bei der Rückkehr von Anna zum Horst, gegen ca. 19:30 Uhr, das linke Bein blutete und leblos weg hing.
Nach intensiver Beobachtung der Webcambilder konnten wir dies bestätigen. Nachdem Gerome von der Futtersuche zurückgekehrt war, ist Anna kurz abgeflogen, wobei das linke Bein weg hing. Nach kurzer Zeit kehrte Anna zum Horst zurück und landete auf dem rechten Bein, das linke Bein hing leblos herunter und konnte nicht belastet werden.

Wir vermuten daher einen Bruch des linken Beines, der vermutlich durch eine Kollision mit einem Fahrzeug oder einem anderen Gegenstand entstanden sein könnte. Die am 25.05.2021 verzeichneten stürmischen Windböen könnten diese Kollision verursacht haben.

Mit dieser Verletzung ist Anna nicht mehr in der Lage Beute zu machen und ihren Anteil an der Versorgung der 4 Jungstörche zu leisten. Da Anna noch kräftig und voll flugfähig ist, können wir sie zur Zeit leider nicht einfangen und tierärztlich versorgen lassen.

Wir werden über das weitere Vorgehen, die Maßnahmen zur Erhaltung der Brut und die Behandlung der verletzten Störchin Anna nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden hier weiter berichten.


02.05.2021
Tod des Letztgeschüpften

Das zuletzt am 20.04.2021 geschlüpfte Storchenküken hat die Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2021 leider nicht überlebt und konnte am 2. Mai nur noch leblos in den Livebildern gesehen werden.
Innerhalb von einem Gelege kann man davon ausgehen, dass alle befruchteten Eier das gleiche Erbgut bzw. die gleichen Gene und somit prinzipiell auch gleiche Überlebenschansen erhalten.
Schon mit dem Schlüpfen beginnt dann der Kampf ums Überleben, der im Wesentlichen von einer ausreichenden Energiezufuhr und einer Minimierung der Wärmeverluste abhängt. Die Energiezufuhr erfolgt über das aufgenommene Futter, die Minimierung der Wärmeverluste durch die Isolation der Brut durch die Brutstörche beim Brüten und deren Köperwärmeabgabe an die Brut.

Bringen die Brutstörche nur wenig Futter oder kommen die Jungstörche nicht oder nur unzureichend an das von den Brutstörchen ausgewürgte Futter, dann sind sie unterversorgt und wachsen nicht oder nur minimal. Wer am schnellsten das Futter erreicht hat die beste Energiezufuhr.
Bei Futterknappheit sind die Küken oder Jungstörche im Vorteil, neben denen das Futter von den Brutstörchen ausgewürgt wird und diese somit am schnellsten fressen können. Die „Hinteren“ gehen dann meist leer aus und bleiben im Wachstum zurück. Haben die „Zurückgebliebenen“ öfters das Pech beim Füttern auf der falschen Seite zu hocken, dann führt die mangelhafte Ernährung zur Schwächung des gesamten Organismus und oft auch zum Tod der Unterversorgten.
Verstärkt werden diese Schwächungen noch durch erhöhte Wärmeabfuhr bei Dauer- oder Starkregen, wie es in der Nacht zum 2. Mai 2021 der Fall war.
Leider hatte unser zuletzt geschlüpftes Küken sehr oft das Pech bei den Fütterungen auf der falschen Seite zu hocken und musste dies mit seinem Leben bezahlen. Vermutlich wird Gerome den toten Jungstorch abwerfen, falls nicht verbleibt er in der Nistmulde und wird dort mit weiterem Nistmaterial eingebaut.
Dieses Schicksal haben sicher auch viele andere Jungstörche, speziell die in Horsten mit mangelhafter Wasserdurchlässigkeit, erlitten.
Wir hoffen, dass die restlichen 4 Jungstörche ausreichend versorgt werden können und zum Ausfliegen kommen.

22.04.2021
Verstellung von Kamera 2

Ein fremder Storch ist am 22.04.2021 auf Kamera 2, die als oberste Kamera auf dem Kameramast montiert ist, gelandet. Der Fremde wurde dann von den Horst-Besitzern Anna und Gerome vertrieben. Beim Start stößt sich der Storch mit den Beinen ab, wodurch eine Impulskraft auf die Kamera ausgeübt wird, die offensichtlich die Verstellung bewirkt hat.
Das hatten wir auch schon einmal in der letzten Brutsaison. Wir hatten daraufhin die Kugelkopfarretierung der Kamera noch einmal nachgezogen. Offensichtlich ist der Startimpuls eines ca. 4 kg schweren Storches größer als die Haltekraft der Kugelkopfarretierung von Kamera 2.
Bei der nächsten Beringungsaktion Ende Mai werden wir Kamera 2 neu ausrichten und eine Vorrichtung montieren, die eine Landung auf der Kamera verhindert.

21.04.2021
Empfangsstörungen des Livestreams - Rückmeldungen

Für die zahlreichen Rückmeldungen bezüglich der Störungen beim Empfang unserer Storchenkameras bedanken wir uns herzlich bei unseren Webseitenbesuchern. Aufgrund der großen Anzahl von Mails, die wir in den letzten Tagen erhalten haben, ist es uns leider nicht möglich alle persönlich zu beantworten. Wir möchten daher hier über die Auswertung der Rückmeldungen informieren.
Kurzzeitige kleinere Störungen wurden uns schon seit der Kameraerneuerung im April 2020 mitgeteilt. Ende Februar 2021 hat sich der Empfang zunehmend verschlechtert und war ab Anfang April 2021 nur noch zeitweise möglich. Am 18. April 2021 gab es kontinuierliche Störungen, wodurch ein Empfang kaum noch möglich war.
Die Auswertung der Rückmeldungen hat auch ergeben, dass die Störungen beim Empfang des Livestreams weltweit in allen Kontinenten aufgetreten sind.
Unser Livestream-Provider arbeitet mit Hochdruck an der Fehlersuche und deren Beseitigung.
Eine Besserung des Empfangs können wir ab dem 20.04.2021 zwar erkennen, jedoch kommt es immer noch zu kurzen Empfangsstörungen. Wir hoffen, dass auch diese in den nächsten Tagen beseitigt werden.

20.04.2021
Schlupf des 5. Kükens

Am Morgen des 20.04.2021 haben Anja und Lukas Leidinger den Schlupf des 5. Storchenkükens um 06:26 Uhr gemeldet.

19.04.2021
Schlupf des 4. Kükens

Am fühen Morgen des 19.04.2021 hat uns Carolin Dohle aus Erlangen den Schlupf des 4. Storchenkükens um 00:04 Uhr gemeldet.

18.04.2021
Empfangsstörungen des Livestreams

Zur schnelleren Analyse der Probleme hinsichtlich den Empfangsstörungen der Livebilder unserer Störchenkamera bitten wir unsere Webseitenbesucher um Information in welcher Regionen es wann und wie oft zu Störungen der Bildübertragung gekommen ist. Für eine Mail an info@storchennest-hoechstadt.de mit dem Stichwort "Störung 2021-04" bedanken wir uns recht herzlich.

17.04.2021
Network error - Standbilder

Leider kommt es durch die sehr großen Besucherzahlen von weit über 1.000 gleichzeitigen Besuchern zu Netz-Problemen. Wir versuchen hier Abhilfe zu schaffen und bitten bis dorthin die Störungen zu entschuldigen.

16.04.2021
Drei auf einen Streich

Drei Storchenküken sind an einem Tag, am 16.04.2021 geschlüpft. Der erste Schlupf wurde um 15:17 Uhr von Helmut Ehescheid aus Frankfurt am Main gemeldet. Kurz darauf hat Irmgard Hoeffelmann um 15:34 Uhr das zweite geschlüpfte Küken gemeldet. Acht Stunden später ist Küken Nummer 3 um 23:43 Uhr geschlüpft. Es wurde von Konrad gemeldet.
Klaus Ehmer hat Videos vom Schlupf der Küken auf YouTube zur Verfügung gestellt. Das Video vom Schlupf des ersten Kükens ist unter

https://www.youtube.com/watch?v=DUgn_SSagBg

und das des zweiten unter

https://www.youtube.com/watch?v=j-few0DMF4E

zu sehen. Wir hoffen, dass aus den beiden verbliebenen Eier in den nächten Tagen Küken 4 und 5 schlüpfen werden.

15.04.2021
Nistversuche

Am 14.04.2021 brüten bereits 17 Brutpaare in Höchstadt. Mindestens 5 weitere Storchenpaare versuchen auf Dächern und Schornsteinen neue Nistplätze anzulegen.
Täglich treffen noch weitere Zugrückkehrer von der Ostroute bei uns ein. Diese Störche versuchen sich einen bestehenden Brutplatz zu erkämpfen oder sie legen einen neuen an.

Wie auch schon in 2019 trägt ein Storchenpaar auf dem nördlichen Turmsims des Alten Rathauses direkt unterhalb von Anna und Gerome Nistmaterial ein, was jedoch bisher vom schmalen Sims abgerutscht ist. Haben die ersten Zweige einmal Halt gefunden, ist innerhalb von wenigen Tagen der Nistplatz für die Eiablage hergerichtet und die Brut kann beginnen.

In der Brutsaison 2021 wurden folgende Nistplätze in Höchstadt von den Störchen neu angelegt.

·         Auf dem Kamin der Metzgerei Brunner in der Oberen Brauhausgasse

·         In der Dachkehle zwischen Kamin und Dach des Anwesens Dennhardt in der Hauptstraße 4

·         Auf dem Kamin des Wohnhauses der Familie Grohganz (Baustoffe) in der Oberen Bauerngasse 21, die sich sehr über den Storch auf ihrem Dach gefreut hat und ihm auch in Zukunft einen sicheren Brutplatz bieten möchte.

·         Auf dem Westportal von St. Georg, wo sich die katholische Kirchenverwaltung schließlich doch für die Erhaltung der Schöpfung entschieden hat und einem Storchenpaar Kirchen-Asyl gewährt. Wir hoffen, dass sich die Herzen der Kirchenverwaltung auch für andere Turmbrüter wie Mauersegler, Fledermäuse, Turmfalken, Wanderfalken, Dohlen und Schleiereulen öffnen werden und auch diesen eine Brutmöglichkeiten in St. Georg angeboten wird.



07.04.2021
Network error

Seit Anfang April ist es leider wiederholt zu Streamingproblemen gekommen. Anstatt der Livebilder konnten mitunter nur Standbilder mit dem Hinweis "Network error" empfangen werden. Wir haben bei unserem Streamingprovider ein "High-end streaming" gebucht, damit wir unseren Webseitenbesucher einen qualitativ hochwertigen Livestream zur Verfügung stellen können. Leider gibt es auch bei einem "High-end streaming" mitunter kleine Probleme. Unser Streamingprovider und die Betreiber der Internet-Webserver sind dabei die Fehlerursachen zu klären und wieder einen stabilen Stream zu liefern. Bis dorthin bitten wir unsere Webseitenbesucher um Verständnis.
Zwischenzeitlich kann man sich mit der Aktualisierung der Webseite im Browser behelfen.

30.03.2021
Wann schlüpft das erste Storchenküken?

Ab dem zweiten Ei wird das Gelege dauerhaft bebrütet. Den voraussichtlichen Schlupf des ersten Storchenkükens erwarten wir nach ca. 33 Tagen Brutzeit am 16.04.2021.

21.03.2021
Fünftes Ei

Irmgard Hoeffelman war die Erste, sie hat Ei Nummer 5 am 21.03.2021 um 01:59 Uhr gemeldet.

18.03.2021
Viertes Ei

Am 18.03.2021 um 22:24 hat Monika Mell von Mellenheim das 4. Ei gemeldet.

18.03.2021
Horstattacken von Fremdstörchen

Durch die vermehrte Anzahl von Zugrückkehrern kommt es immer wieder zu Horstattacken, nicht nur auf dem Alten Rathaus sondern auch bei anderen Storchenhorsten in Höchstadt. Glücklicherweise konnten bisher alle Angriffe erfolgreich von den jeweiligen Brutstörchen abgewehrt werden.

17.03.2021
Drittes Ei

Dieter Illgner aus Wuppertal hat ein Belegfoto geschickt, welches unmittelbar nach der Ablage des dritten Eies am 16.03.2021 um 03:19 Uhr erstellt wurde.

16.03.2021
Drittes Ei

Gabi Angst hat um 03:25 Uhr das dritte Ei gemeldet.

14.03.2021
Zweites Ei

Um 02:32 Uhr hat Kirstin Geyer das zweite Ei gemeldet. Gegen 08:43 Uhr wurde von einem Angriff eines fremden Storches berichtet. Falls einer unserer Webseitenbesucher private Aufzeichnungen erstellt hat, auf denen Angriffe von Fremdstörchen zu sehen sind, würden wir uns freuen wenn uns diese zur Verfügung gestellt werden könnten.

12.03.2021
Erstes Ei

Um 05:51 Uhr wurde das erste Ei von Werner Geyer aus Vestenbergsgreuth gemeldet. Gegen 08:00 Uhr wurde von einem Angriff eines fremden Storches berichtet, der das Ei aus dem Horst werfen wollte. Offensichtlich ist es diesem Storch am Horstrand aus dem Schnabel gerutscht und dort liegen geblieben. Anna und Gerome haben offensichtlich den Angreifer in die Flucht geschlagen, jedoch das am Horstrand liegende Ei leider nicht mehr zurück in die Brutmulde befördert. Durch die lange Auskühlung wird nun nichts mehr ausschlüpfen.

Brutsaison 2021
Die Störchin Anna, zu erkennen am dunklen ELSA-Ring links oben, wird 18 Jahre alt (2021). Ihr Partner Gerome trägt einen hellen Aluminiumring rechts unten und ist 5 Jahre älter. Die beiden Störche haben bisher 14 mal sehr erfolgreich zusammen gebrütet. In dieser Zeit hat Anna 71 Eier gelegt, aus denen 65 Storchenküken geschlüpft sind und von diesen sind insgesamt 47 Jungstörche ausgeflogen.

Nun beginnt die 15. Brutsaison von Anna und Gerome. Wir hoffen, dass sich der Bruterfolg der letzten Jahre fortsetzen wird. Am 12.03.2021 hatten bereits 12 Brutpaare Ihre Bruthorste in Höchstadt/Aisch besetzt.

Für die zahlreichen Meldungen zur Eiablage möchten wir uns recht herzlich bedanken.
Da wir den angegebenen Beobachtungszeitpunkt in den Melde-Mails nicht prüfen können, wird anstatt dessen der Eingangszeitpunkt der Melde-Mail für die Eintragung in die Meldeliste verwendet.

Eiablage 2021

Meldedatum

Uhrzeit

Ei-Nr.:

Melder

Info

12.03.2021

05:51

1

Werner Geyer aus Vestenbergsgreuth

 

14.03.2021

02:32

2

Kirstin Geyer

 

16.03.2021

03:19

3

Dieter Illgner aus Wuppertal

mit Belegfoto

18.03.2021

22:24

4

Monika Mell von Mellenheim

 

21.03.2021

01:59

5

Irmgard Hoeffelman

 

Hinweis: Nach Vorlage von gespeicherten Webcambilder werden wir die genauen Eiablagetermine überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen in der Eiablagetabelle vornehmen.

Schlupftermine der Jungstörche 2021

Meldedatum

Uhrzeit

Schlupf-Nr.:

Melder

Info

16.04.2021

15:17

1

Helmut Ehescheid aus Frankfurt am Main

 

16.04.2021

15:34

2

Irmgard Hoeffelman

 

16.04.2021

23:43

3

Konrad

 

19.04.2021

00:04

4

Carolin Dohle aus Erlangen

 

20.04.2021

06:26

5

Anja und Lukas Leidinger

 

Hinweis: Nach Vorlage von gespeicherten Webcambilder werden wir die genauen Schlupftermine überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen in der Schlupftabelle vornehmen.



26.02.2021
Ausputzaktion 2021

Zusammen mit der Feuerwehr Höchstadt und Mitarbeitern des Storchenteams konnten wir am 26.02.2021 die Storchenhorste auf dem Alten Rathaus und der Alten Mälzerei wie in der Ankündigung vom 24.02.2021 beschrieben ausputzen und die Wasserdurchlässigkeit wieder herstellen. Diese aktive Horstbetreuung bietet dem Gelege und den Jungstörchen deutlich bessere Überlebenschancen bei Dauer- oder Starkregen während der Brutzeit.

24.02.2021
Ausputztermin

Dank der Lockerungen in den Corona-Beschränkungen und einem Covid 19 – 7 Tage - Inzidenzwert von unter 35, kann uns die Feuerwehr Höchstadt auch in 2021 mit ihrer Drehleiter bei den Ausputzaktionen der Storchenhorste helfen. Recht herzlichen Dank an die Feuerwehr und den Bauhof Höchstadt, die uns schon seit Jahrzehnten unterstützen.

Am 26.02.2021 ab ca. 8:00 Uhr werden wir den Storchenhorst auf dem Alten Rathaus in Höchstadt ausputzen, um damit die Wasserdurchlässigkeit zum Schutz von Gelege und Brut wieder herzustellen. Wie bei all unseren bisherigen Aktionen schalten wir auch diesmal die Kamera nicht ab und zeigen diese Ausputzaktion live.

Da wir noch keinen Ton senden können, kommentieren wir die einzelnen Arbeitsschritte an dieser Stelle.

·         Zuerst entfernen wir die obersten ca. 5 cm der gesamten Horstoberfläche.

·         Danach wird das Zentrum des Horstes auf ca. 1 m Durchmesser bis zum Boden der Nistunterlage entnommen. Den äußeren Ring des Horstes lassen wir aus statischen Gründen bestehen.

·         Anschließend wird mit groben Holzhackschnitzeln der Zentralbereich des Horstes wieder aufgefüllt.

·         Die oberste Schicht stellen wir aus ca. 10 cm Seggenheu her. Steht kein Seggenheu zur Verfügung, verwenden wir notfalls auch Stroh und Heu.

·         Zum Schluss decken wir noch mit etwas altem Nistmarerial ab, damit der Farbkontrast zwischen neuem und altem Nistmaterial nicht so groß ist.

Das wars, nachmachen empfohlen.

23.02.2021
Fütterungsverbot für Wildvögel Fortsetzung

Thema Kompostanlagen

Zu diesem Thema haben wir folgendes Zitat gefunden:

https://www.nordbayern.de/region/erlangen/storchen-expertin-beruhigt-so-helfen-sich-die-tiere-im-winter-1.10825984

… "Es ist durch die Satellitenortung, mit der wir einige Tiere versehen haben, nachweisbar, dass sie bei Not in die einige Kilometer entfernten Kompostierungsanlagen fliegen und sich dort Mäuse schnappen", sagt Oda Wieding …

Aus unserer über 40 jährigen Felderfahrung können wir zu diesem Thema wie folgt Stellung nehmen.

Auch unsere Störche nutzen in Notzeiten die Nahrungsquelle „Kompostanlage“, wie es sicher auch in vielen anderen Gebieten der Fall ist.

Im Großraum Höchstadt haben wir in den letzten Jahren bis zu 40 Störche in Notzeiten versorgt. Bis zu 23 dieser 40 Winterstörche haben auch die nahegelegene Kompostanlage als Nahrungsquelle erschlossen.

Nach Anlieferung des Bio-Mülls, das ist der Abfall aus der Bio-Tonne der werktäglich von der Müllabfuhr zur Kompostanlage gebracht wird, durchstöbern die Störche die „frische“ Anlieferung nach „Fressbarem“ und finden in der Regel auch eine ausreichende Menge, wenn der Bio-Müll-Bereich an der Kompostanlage ungestört ist. Gibt es im Bereich des Bio-Müll-Abfalls Störungen durch Arbeiten oder durch den Betrieb von Fahrzeugen oder wird der Bio-Müll gleich weiterverarbeitet oder gar abgedeckt, dann bleibt den Störchen auch diese Nahrungsquelle, die mitunter auch Gefahren birgt, verschlossen.

Bei unseren zahlreichen Kontrollen konnten wir nur einmal beobachten, wie ein Storch eine Maus erbeutet hatte. Auch mit der Wärmebildkamera konnten wir nur wenige Mäuse auf dem Gelände der Kompostanlage finden. Sicherlich gibt es hier viele Mäuse, aber auch ein großes Angebot an Deckungs- und Versteckmöglichkeiten, weshalb die Störche nur sehr selten eine Maus erwischen. Wir folgern daraus, dass nicht die Maus, sondern der Bio-Abfall selbst die Energiereserven der Störche schont.

Fazit: Es hängt sehr stark von der Bewirtschaftungsmethode einer Kompostanlage ab, ob Störche dort in Notzeiten ihre Energiereserven schon können.

Schon bevor uns die Kältewelle Anfang Februar 2021 traf, hatten wir vorsorglich eine Bewirtschaftungsmethode des Biomülls an der nahegelegenen Kompostanlage für die kommende Notzeit abgestimmt. Diese sollte den Störchen den Zugang zum täglich angelieferten Biomüll, zumindest in den Notzeiten, ermöglichen. Durch diese Maßnahme konnten sich bis zu 15 der ca. 40 im Raum Höchstadt überwinternden Weißstörche notversorgen.

Wie sich die restlichen 25 Störche bei Temperaturen von bis zu -18 °C durch das behördlich verhängte Fütterungsverbot von Wildvögeln ohne unsere Fütterung in Notzeiten durchgeschlagen konnten und ob überhaupt, können wir leider nicht klären. Letztlich machen es die z.Z. zahlreich eintreffenden Zugrückkehrer unmöglich die Bestandszahlen unserer Überwinterer nach der Notsituation zu erfassen. Zudem sind nicht alle Überwinterer beringt. Somit können wir mögliche Verluste durch die Notzeit leider nicht belegbar nachweisen.

 

Thema Teilzug oder Winterfluchten

Zu diesem Thema haben wir folgendes Zitat gefunden:

https://www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/voegel/weissstorch/stoerche-im-winter/

… Auch die Einrichtung einer Futterstelle ist eher hinderlich, weil sich so die Störche daran gewöhnen und damit auch von einer Fütterung abhängig gemacht werden, während sie andernfalls ihrem Instinkt folgen und bei tatsächlicher Futterknappheit dann doch einen sogenannten Teilzug antreten. …

Aus unserer über 40 jährigen Felderfahrung können wir zu diesem Thema wie folgt Stellung nehmen.

In den letzten 40 Jahren konnten wir kein Teilzugverhalten der überwinternden Störche in unserem Betreuungsgebiet an Aisch, Aurach, Ebrach und Regnitz in Notzeiten feststellen. Die sporadisch an den „Übernachtungsplätzen“ durchgeführten Zählungen der Überwinterer ergaben nahezu konstante Zahlen.

Nach unseren Beobachtungen zeigen Zugvögel und Standvögel in Notzeiten unterschiedliches Verhalten. Wenn ein Zugvogel während des Vogelzugs von einer Notsituation wie z.B. von einem plötzlichen Kälteeinbruch überrascht wird, versucht er räumlich und zeitlich der Notsituation auszuweichen, zumindest soweit es seine noch verfügbaren Energiereserven es zulassen. Der Standvogel hingegen bleibt in seinem Brutgebiet, egal wie groß die Not auch sein mag, bis zum bitteren Ende.

Da wir bisher keine wissenschaftlichen Belege für ein Teilzugverhalten von Störchen in Notzeiten finden konnten, haben wir diesbezüglich um eine Stellungnahme beim Max-Planck-Institut für Ornithologie angefragt und warten noch auf ein Antwortschreiben.

Fazit: Unsere überwinternden Störche sind Standvögel und zeigen in Notzeiten kein Teilzugverhalten.

Schlussbemerkung:

Unser Betreuungsgebiet an Aisch, Aurach, Ebrach und Regnitz weist schon seit Jahrzehnten die größte Storchendichte in ganz Bayern aus. Grund dafür ist u. A. die von uns praktizierte Minimierung von vermeidbaren Verlusten auch in Notzeiten.
Zahlreichen Bürgern haben sich mit ihrem gesunden Menschenverstand für die Hilfe in Not entschieden und mit einer „Notfütterung“ vielen Störchen das Überleben gesichert. Diese Bürger haben sicher auch wesentlich zur Bestandssicherung unserer heimischen Weißstörche beigetragen.

 

11.02.2021

Fütterungsverbot für Wildvögel

Am 09.02.2021 haben wir von einem Fütterungsverbot für Wildvögel erfahren, welches ab dem 02.02.2021 im gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt und sogar in ganz Bayern gelten soll. Vom Landratsamt habe wir dann erfahren, dass die Anordnung eines Fütterungsverbotes für Wildvögel von Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) für ganz Bayern als fachlich erforderlich erachtet wurde. Eine Ausnahme für die Fütterung in Notzeiten ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Die Begründung für diese Maßnahme lautet wie folgt.

Aufgrund zunehmender Geflügelpestnachweise in Deutschland und Bayern besteht aktuell eine erhöhte Infektionsgefahr für Geflügel- und Vogelhaltungen. Daher hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) die Veterinärbehörden aufgefordert, zum Schutz der Geflügel-und Vogelhaltungen unter Berücksichtigung der Risikobewertung vor Ort entsprechende Allgemeinverfügungen zu erlassen.

Wie und in welcher Art und Weise eine Fütterung in Notzeiten diese Infektionsgefahr erhöhen soll bzw. überhaupt einen Einfluss auf diese haben soll, erschließt sich uns nicht.

Da bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen, bei Dauerfrost mit Temperaturen unter -10 °C und Schneelage, die natürliche Nahrung der Störche nur noch in einem sehr eingeschränkten Maße zugänglich ist, schrumpfen die Energiereserven und das Körpergewicht täglich bis zu 300 Gramm. Ein gut genährter Storch wiegt ca. 4.000 Gramm.

Bei länger anhaltender Notzeit verenden die stark entkräfteten Vögel schließlich und werden dann Beute von Fuchs, Wildschwein und Co.

Mein Versuch eine Ausnahmegenehmigung für die Fütterung unserer derzeit ca. 40 überwinternden Störche in Notzeiten vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt zu erhalten ist leider gescheitert.

Nun kann offensichtlich nur noch Gott oder der Bayerische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) Mathias Glauber unseren Störchen helfen.

Wir fühlen uns dem ethischen Gebot in Not zu helfen verpflichtet und hoffen auf Unterstützung unserer Internetbesucher.


07.02.2021
Ausputztermin

Die Termine für das "Ausputzen" der Storchenhorste legen wir meist in die erste Märzwoche, damit die Wasserdurchlässigkeit möglichst lange anhält. Für die Altstörche ist der derzeitige Zustand des Storchenhorstes kein Problem, bei der Nahrungssuche schreiten sie auch durch Schlamm und Wasser ohne Schaden zu nehmen. Für die Brut hingegen wäre dieser Horstzustand tödlich. Ob wir überhaupt ausputzen können hängt auch davon ab, ob uns die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter coronabedingt unterstützen kann. Alternativ müssten wir einen Hubsteiger anmieten, der mit ca. 500 Euro pro Einsatz recht teuer ist und unser Spendenkonto stark belasten würde. Wir werden jedoch zeitnah den Ausputztermin, wenn er denn überhaupt möglich ist, auf unserer Storchenseite bekannt geben.


06.02.2021
Dankeschön

Nur durch Ihre finanziellen Zuwendungen ist es uns möglich diese Webseite zu betreiben, unsere derzeit ca. 40 im Raum Höchstadt überwinternden Weißstörche in Notzeiten mit Futter zu versorgen, die Arbeiten zur aktiven Horstbetreuung zu leisten, die Sanierung von nicht mehr verkehrssicheren Storchenhorsten und die Konstruktion, Herstellung und Montage von neuen Nistunterlagen zu ermöglichen. Auch die Versorgung von verletzten Störchen gehört zu unserem Leistungsumfang.
Für Ihre Unterstützung diesbezüglich möchten wir uns hier recht herzlich bedanken.


06.02.2021
Rückblick auf die Brutsaison 2020

Aus den 14 besetzten und 12 bebrüteten Storchenhorsten in Höchstadt sind 37 Jungstörche ausgeflogen.

Auf dem Alten Rathaus haben Anna und Gerome die Brutsaison 2020 mit einigen Turbulenzen gut gemeistert. Mitunter mussten sie bis zu 10 Jungstörche, auch welche von Nachbarhorsten, versorgen.

Unser Problemstorch AT380, den wir am 08.07.2020 in den Tiergarten Nürnberg gebracht hatten, wurde dort noch ca. 10 Tage versorgt, bevor er zusammen mit weiteren 7 Jungstörchen wieder in die Freiheit entlassen werden konnte.

Wie auch in den Vorjahren versammelten sich unsere Jungstörche Anfang August zu größeren Zugverbänden und hatten schließlich Mitte August ihre Brutheimat schon ca. 14 Tage vor den Altstörchen verlassen, um in ihre südlichen Überwinterungsgebiete zu ziehen. Der Großteil nutzt hierbei die sogenannte Westroute, die über die Meerenge von Gibraltar nach Afrika führt. Mitunter verkürzen sie auch die Zugstrecke und bleiben den Winter über in Südfrankreich oder in Spanien, wo der Tisch an den offenen Mülldeponien ganzjährig reichlich gedeckt ist. Die östliche Zugroute führt über den Bosporus in der Türkei, in den Nahen Osten, den Sudan, nach Tansania und sogar bis nach Südafrika. Die östliche Zugroute war früher die Hauptzugroute unserer fränkischen Störche. Heute ziehen nur noch wenige fränkische Störche diese lange Strecke, die schon auf dem Hinflug bis zu 10.000 km betragen kann und dementsprechend viele Gefahren mit sich bringt.

Vermutlich haben die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte einen neuen Evolutionsversuch bei einem Teil der Weißstörche (ciconia ciconia) bewirkt, diese nehmen dann nicht mehr am Vogelzug teil und bleiben ganzjährig in ihrer Brutheimat, was sicher auch die Zugverluste erheblich minimiert und zur Stabilisierung der Bestände beiträgt.

Wie wir aus unseren Beobachtungen der letzten Jahre in unserem Betreuungsgebiet an Aisch, Aurach, Ebrach und Regnitz feststellen konnten, nimmt auch ein Teil der Jungstörche seit 2017 nicht mehr am Vogelzug teil und überwintert im Brutgebiet.

Im Spätherbst der vergangenen drei Jahre konnten wir Ende Oktober und Anfang November wiederholt Schwarzstörche (ciconia nigra) mit ihren Jungvögeln im Raum Höchstadt beobachten. Auch diese Art scheint einen Evolutionsversuch auszuprobieren und versucht ganzjährig in der Brutheimat zu bleiben.

Am 27.07.2020 konnten wir 20 Schwarzstörche, unter ihnen waren 16 Jungstörche, nahe Höchstadt in einem Weiher mit niedrigem Wasserstand beobachten. Offensichtlich scheint auch der Schwarzstorch in unserer Region, dem südlichen Steigerwald, ein Auskommen gefunden zu haben.

Obwohl der Schwarzstorch als scheuer Waldvogel bekannt ist, attackiert er zumindest zu Beginn der Brutzeit regelmäßig einige Weißstorchhorste. Nach dem Schlupf der eigenen Jungen ist von der Aggressivität gegenüber den Weißstörchen nichts mehr zu erkennen. Während der Jungenaufzucht konnten wir des Öfteren die Schwarz- und Weißstörche bei der gemeinsamen harmonischen Futtersuche beobachten.