Storchencam


Trotz den Restriktionen durch die Corona-Pandemie-2020 haben wir es gemeinsam geschafft unsere neuen Storchenkameras in Betrieb zu nehmen. Dieses Projekt war nur zusammen mit Ihren zahlreichen Spenden möglich, für die wir uns hier nochmals recht herzlich bedanken möchten.

Hinweis: Mit einem Klick in die untere rechte Ecke der Bilder kann man in die Vollbild-Ansicht umschalten.

Kamera 1 zeigt den Storchenhorst auf dem Alten Rathaus bzw. Heimatmuseum. Infos zur verletzten Anna und zur Brut, siehe weiter unten auf dieser Seite!


Kamera 2 zeigt den Blick vom Storchenhorst auf dem Alten Rathaus in Richtung Osten.
Links im Bild ist St. Georg und rechts der Stadtturm zu sehen. Zwischen den beiden historischen Bauwerken befinden sich 6 der zur Zeit 19 bebrüteten Höchstadter Storchenhorste. Mindestens 5 weitere Storchenpaare tragen Nistmaterial auf Dächern und Kaminen ein und versuchen einen neuen Nistplatz zu gründen.

Die 5 Storchenhorste sind im nachfolgenden Bild mit senkrechten Pfeilen markiert.

/hoechstadt-horste-2020-m-pf 1

Spendenkonto für unsere Störche:
Natur- und Umwelthilfe e.V.
    Konto-Nr.:              425 197 803
    Bankleitzahl:          76350000 (Sparkasse Erlangen)
    IBAN:                     DE78 7635 0000 0425 1978 03
    BIC:                       BYLADEM1ERH
    Verwendungszweck: SPENDE FÜR STÖRCHE IN HOECHSTADT UND UMGEBUNG

oder auf das PayPal-Konto: spende-storch-hoechstadt@nuh-franken.de


Bei dem Spenden-Button funktionieren nur Spenden mittels PayPal. Spenden über Kreditkarten sind leider nicht möglich. Da der Spenden-Button von PayPal zur Verfügung gestellt wird, können wir hier keine Änderungen vornehmen. Wir bitten um Verständnis.

Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne eine Spendenquittung zu. Bitte teilen Sie uns hierfür Ihre vollständige Adresse mit.

Hinweis:
Für alle Erhebungszeiträume gilt, dass der Abzug der Spende als Sonderausgabe nur erfolgen kann, wenn eine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) durch den Begünstigten ausgestellt wurde. Hierfür muss der Zuwendungsempfänger einen amtlichen Vordruck verwenden. Beträgt die Spende nicht mehr als 200,- Euro ist jedoch auch der Zahlungs- oder Buchungsbeleg ausreichend (vereinfachter Spendennachweis).
Quelle: Steuertipps der Akademischen Arbeitsgemeinschaft Mannheim

11.06.2021

Notsituation auf dem alten Rathaus

Wie bereits berichtet, betreiben wir unsere tägliche Zufütterung direkt im Storchenhorst auf dem Alten Rathaus in Höchstadt seit dem 31.05.2021. Anfangs waren die 4 Jungstörche und auch die schwerverletzte Brutstörchin Anna ausgehungert und haben daher ausreichend Futter erhalten. Die tägliche Futterration haben wir anschließend dem Bedarf angepasst. Bis auf ein Paar abgeworfene Futterbrocken haben die Jungstörche, Anna und Gerome die Unterstützung dankbar angenommen.

Die Jungstörche haben sich bisher prächtig entwickelt, obwohl dass augenscheinlich durch das verschmutze Bauchgefieder der letzten Regenschauer mit teilweise Starkregen anders auf den Betrachter wirken mag.

Die Jungstörche sind jetzt 8 Wochen alt und werden mit den ersten „Senkrechtstarts“ beginnen. Erreichen Sie dabei Höhen von ca. 4 bis 5 m, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Böe den ersten Freiflug erzwingt.

Zur „Flugmotivation“ reduzieren die Brutstörche ab ca. der 8. Lebenswoche die eingetragene Futtermenge. Bekanntlich wird man mit „Übergewicht“ etwas träge. Offensichtlich ist das bei den Störchen auch so. Auf Grund dieser langjährigen Erfahrung werden wir die Futtermenge jetzt reduzieren und auch nur jeden zweiten Tag eine Zufütterung vornehmen.

In der nächsten Woche erwarten wir die ersten „Freiflüge“.

Anna übernachtete in den letzten Nächten auf einem Nachbardach. Am 10. und 11.06.2021 landete Anna, noch während der Ausbringung des Futters, neben ihrer Brut auf dem Horst. Ein Zeichen dafür, dass sie unsere Unterstützung schätzt, vermutlich hungrig, aber trotzdem vorsichtig ist. Durch die Aktivitäten zweier Jungstörche, die sich bei der Ausbringung des Futters gleich bedient hatten, ist Anna dann auf die benachbarte Sirene ausgewichen. Während der Aufenthalte am Horst konnte man den jetzt völlig offenen Beinbruch gut erkennen. Die Durchblutung des Hautgewebes am Fuß scheint noch zu funktionieren. Die Versorgung des Fußknochens ist fraglich.

Anna kann frühestens nach dem Ausfliegen aller Jungstörche eingefangen und anschließend tierärztlich versorgt werden.

Die nächste Fütterung wird am 12.06.2021 um ca. 10:00 Uhr stattfinden.

 

 

 

 

 

05.06.2021

Zufütterung im Notfall

Wie bereits berichtet, war am 25.05.2021 die Brutstörchin Anna vom Höchstadter Alten Rathaus mit einer schweren Beinverletzung zum Horst zurückgekehrt. Nach intensiven Bemühungen konnte die behördliche Erlaubnis für eine Zufütterung am Horst eingeholt werden.

Wir betreiben diese Zufütterung seit dem 31.05.2021 täglich. Auch die verletzte Störchin Anna und ihr Brutpartner Gerome versorgen sich an dieser Fütterung mit. Das von den Brutstörchen aufgenommene Futter würgen sie nach kurzer Zeit ihren Jungstörchen wieder aus.

Durch unsere 15 jährige „Beziehung“ kennen Anna und Gerome schon die Abläufe bei einer „Störung“ durch eine Horstkontrolle oder durch die Beringung der Jungstörche und nehmen diese gelassen hin.

Wie bei den letzten Zufütterungen in den Livebildern zu erkennen war, war auch Anna bei einigen Fütterungsterminen am Horst. Sie war sehr vertraut und verlässt den Horst erst kurz vor dem Anlegen der Feuerwehrdrehleiter. Unmittelbar nach der Futterablage kehrte sie dann zum Horst zurück und verschlingt hungrig ca. 500 Gramm des dargereichten Futters.

In der derzeitigen Wachstumsphase braucht ein Jungstorch täglich ca. 500 Gramm Futter. Zur Eigenversorgung und zur Versorgung der anteiligen Brut müsste Anna täglich ca. 1.500 Gramm Beute machen, was ihr mit dieser schweren Beinverletzung nicht gelingen wird. Daher müsste Ihr Partner Gerome die Versorgung der Brut allein stemmen und täglich 2,5 kg erbeuten, was auch er nicht schafft wird.

Solange die Jungstörche noch Akineseverhalten zeigen oder den „Zufütterer“ mit dem Schnabel attackieren und somit Angriffsverhalten zeigen, solange werden wir die Zufütterung in dieser Notsituation fortsetzen.

Zeigt einer der Jungstörche jedoch Fluchtverhalten, müsste die Zufütterung eingestellt werden. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass sich das Angriffsverhalten des agilsten Jungstorches auf seine Geschwister überträgt und bei behutsamem Vorgehen kein Fluchtverhalten zu erwarten ist.

Bei den Zufütterungen konnten wir auch einen Blick auf die Verletzung von Anna aus nächster Nähe werfen und einen offenen Bruch über dem linken Intertarsalgelenk erkennen. Wie gut die Versorgung des Haut- und Knochengewebes noch funktioniert, können wir derzeit nicht beurteilen. Offensichtlich wird das Hautgewebe des verletzten Beines noch durchblutet, da es noch keinen merklichen Farbunterschied zum gesunden Bein gibt.

Ein solcher Bruch ist für einen Storch in freier Wildbahn in der Regel das Todesurteil. Da er keine „Laufbeute“ erreicht, schrumpfen die Energiereserven. Die Strapazen eines Vogelzuges würde er mangels Energiereserven daher nicht überleben.

Das Problem mit dem Vogelzug hat Anna als langjährige „Vogelzug-Verweigerin“ jedoch nicht. Sie überwintert schon seit 15 Jahren zusammen mit Gerome in Höchstadt. Wie auch alle anderen Überwinterer in unserem Betreuungsgebiet, wurden auch Anna und Gerome in Notzeiten mit Dauerfrost oder hohen Schneelagen von uns mit Futter versorgt und konnten somit auch mehrwöchige Notzeiten, die ansonsten große Verluste gefordert hätten, überleben.

Bezüglich der neuesten Behandlungsmethoden bei Beinbrüchen von Störchen, werden wir recherchieren und hoffen auch auf Unterstützung unserer Webseitenbesucher. Danach würden wir abklären, ob diese erfolgversprechend bei Anna angewendet werden könnte. Eine mögliche Behandlung könnte frühestens nach dem Ausfliegen der Jungstörche veranlasst werden.

Am 05.06.2021 mussten wir wegen der Wettersituationen mit lokalen Gewittern leider die, im geplanten Zeitfenster vorgesehene, Fütterung ausfallen lassen.

Sollte es die Gewittersituation zulassen, werden wir die nächste Fütterung am 06.06.2021 zwischen ca. 11:00 und 12:00 Uhr vornehmen.

Mehrere Besucher von https://storchennest-hoechstadt.de/live-cam hatten eine Zufütterung mittels Drohne vorgeschlagen. Der persönliche Eindruck der Situation und des Verhaltens der Störche ist immer noch am besten mit dem persönlichen „Augenschein“ zu beurteilen. Erst wenn dies Mangels verfügbarem Gerät oder der hohen Gerätekosten nicht möglich sein sollte, würden wir auf alternative technische Lösungen zurückgreifen.

Im Vorfeld haben wir daher auch den Drohneneinsatz geprüft. Die Drohne müsste eine zusätzliche Nutzlast von ca. 2 bis 3 kg tragen und diese auch abwerfen können. Da man für solche Geräte, einschließlich der notwendigen Ausrüstung, mit Anschaffungskosten von ca. 25.000 € und mehr rechnen muss, haben wir diese Option wegen der hohen Kosten vorerst auf Eis gelegt.

 

 

31.05.2021

Zufütterung im Notfall

Da es noch andauert bis die von uns eingerichtete Futterstelle am Boden von den Störchen gefunden und angenommen wird, haben wir in Abstimmung mit der Regierung von Mittelfranken und mit Unterstützung durch die Stadt Höchstadt, die ihre Feuerwehr-Drehleiter kostenlos zur Verfügung stellt, ab dem 01.06.2021 eine tägliche Zufütterung am Horst vereinbart. Die täglichen Fütterungstermine müssen wir in ein variables freies Zeitfenster der Maschinisten legen und können sie daher leider nicht immer im Vorfeld planen und bekannt geben.

Sollten die Jungstörche beim Annähern der Drehleiter Fluchtverhalten zeigen, müssen wir die Zufütterung am Horst zum Schutz der Jungstörche leider beenden, da diese noch nicht flugfähig sind und sich bei einem möglichen Absprung schwer verletzen und auch zu Tode kommen könnten.

Auch wenn die von uns in Sichtweite des Horstes angelegte Boden-Futterstelle von Gerome und/oder Anna angenommen wird und die Brut über diesen Weg ausreichend versorgt werden kann, werden wir die Zufütterung am Horst einstellen und nur noch die Bodenfütterung täglich mit frischem Futter beschicken.

Die verletzte Störchin Anna fliegt noch sehr gut, ist achtsamer geworden, hat eine Fluchtdistanz von ca. 100 m und findet anscheinend so viel „unbewegliches Futter“, dass zwar eine minimale Eigenversorgung gegeben ist, sie die Brut jedoch nicht mitversorgen kann. Im derzeitigen Zustand ist es nicht möglich sie einzufangen und tierärztlich versorgen zu lassen.

Das Beschießen mit einem Narkosepfeil, wird zwar bei großen Säugetieren erfolgreich angewendet, ist bei Vögeln mangels vorhandener bzw. treffbarer Muskelmasse und wegen der Gefahr von Verletzungen durch Fehlschüsse nicht möglich.

Aus Erfahrung wissen wir, dass auch Fangversuche mit Netzen keine Aussicht auf Erfolg bieten.

Erst nach dem Anna ihre Reserven aufgebraucht hat, besteht eine Chance sie mittels Narkose einzufangen und tierärztlich versorgen zu lassen.

 

 

29.05.2021

Storchenbrut in Not - Beringung - erste Fütterung

Wir möchten uns recht herzlich bei allen bedanken, die mit dazu beigetragen haben, dass in der Notsituation am Storchenhorst auf dem Höchstadter Alten Rathaus gemeinsam eine Lösung mit Ausnahmeregelungen gefunden werden konnte und das Fütterungsverbot unter strengen Auflagen für diese Notsituation aufgehoben wurde. Wir werden daher noch am 29.05.2021 gegen ca. 15:00 Uhr im Rahmen der Beringung die erste Fütterung am Horst vornehmen.

Nach Vorlage der behördlichen Auflagen für die Ausnahmegenehmigung werden wir prüfen, ob diese auch praktisch umgesetzt werden können und zu einer ausreichenden Versorgung von Anna und ihrer Brut führen.

Es war bisher leider zeitlich nicht möglich die sehr zahlreichen Unterstützer-Mails zu lesen, geschweige denn, zu beantworten. Wir werden weiterhin ausführlich über die Ereignisse berichten, wodurch sicher ein Großteil der Fragen aus den Mails beantwortet wird.

 

 

28.05.2021

Storchenbrut in Not

Wir möchten uns für die zahlreichen Mails und Hilfsangebote in dieser Notsituation recht herzlich bedanken und um Verständnis bitten, dass wir die sehr zahlreichen Mails nicht individuell beantworten können.

Die Storchenbrut und Anna sind zur Zeit minimal versorgt, was jedoch auf Dauer nicht ausreicht. Wir bemühen uns intensiv um die zumindest vorübergehende Aufhebung des derzeitigen Fütterungsverbotes, damit die Brut und auch die verletzte Anna ausreichend versorgt werden können. Möglicherweise hilft es auch wenn sich unsere Webseitenbesucher bei der Regierung von Mittelfranken und bei der Bayerischen Staatsregierung für eine entsprechende Ausnahmegenehmigung einsetzen. Wie auch bei anderen Themen wird sich vermutlich erst nach massivem Druck der Öffentlichkeit etwas ändern.

 

 

28.05.2021

Storchenbrut in Not, Brief an die Regierung von Mittelfranken mit Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Versorgung der Brut und der verletzten Störchin

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich der Notsituation am Storchenhorst auf dem Höchstadter Alten Rathaus  vom 25.05.2021, wo die Brutstörchin gegen 19:30 Uhr mit einem gebrochenen Bein zu ihren 4 Jungstörchen zurück kehrte, hatte ich am Morgen des 26.05.2020 die Regierung von Mittelfranken in Ansbach per Mail und auch telefonisch kontaktiert, um die weitere Vorgehensweise hinsichtlich der Erhaltung der Brut und die Versorgung der Störchin abzustimmen.

Bei der Regierung von Mittelfranken hatten sich daraufhin die Fachabteilungen für Naturschutz, das Veterinärwesen und dem Tierschutz beraten.

Mein erster Vorschlag, eine Fütterung in den Aischwiesen zur Unterstützung der Brut und der schwer verletzten Störchin anzulegen, wurde zwar von Seiten des Naturschutzes unterstützt, jedoch von der Fachabteilung für das Veterinärwesen abgelehnt. Begründet wurde dies mit dem generellen Fütterungsverbot für Wildvögel in Bayern wegen der Anfang 2021 aufgetretenen Vogelgrippefälle ( dieses Verbot gilt jedoch nicht für Singvögel).

Auch der zweite Vorschlag, die Storchenbrut direkt und effizient am Storchenhorst mit Futter zu versorgen wurde abgelehnt. Begründet wurde dies mit tierschutzrechtlichen Bedenken bezüglich einem möglichen Abspringen von Jungstörchen beim Anfahren mit der Feuerwehrdrehleiter.

Auch mit meinem Einwand, dass wir beide Hilfeleistungen, mit Futterstelle am Boden und direkt am Storchenhorst, in der Vergangenheit in Notsituationen schon mehrfach erfolgreich praktiziert hätten und die so versorgten Bruten ausnahmslos zum Ausfliegen gekommen wären, konnte ich die Regierung von Mittelfranken am Telefon nicht umstimmen.

Man wolle bis Freitag, den 28.05.2021, anhand unserer Webcambilder https://storchennest-hoechstadt.de/live-cam diese Notsituation beobachten und dann beurteilen, ob die schwer verletzte Störchin und der Storch die Brut ausreichend versorgen können.

Falls dies wider Erwarten gelingen sollte, erwiderte ich, könnten zwar die Jungstörche eventuell zum Ausfliegen kommen, wären jedoch unterversorgt, stark untergewichtig und hätten  mangels ausreichender Energiereserven keine Chance den Vogelzug oder, falls sie nicht ziehen, eine Überwinterung zu überleben.

Von nur einem Brutstorch aufgezogene 3er oder 4er Bruten haben erfahrungsgemäß ein Gewicht von deutlich unter 2 kg. In Norddeutschland hat man solche Jungstörche, die auch beringt wurden, kurz nach dem Ausfliegen einfangen müssen und Gewichte von ca. 1100 bis maximal 1900 Gramm festgestellt. Erst ab einem Gewicht von ca. 3 kg und mehr hat ein Jungstorch gute Überlebenschancen. Mit 2 kg und weniger ist er ein sicherer Todeskandidat, dessen Tod nicht registriert und von Niemandem bemerkt wird.

Meine Erfahrungen mit der Regierung von Mittelfranken zeigen, dass es leicht ist eine Ausnahmegenehmigung zur „Störung von Storchenbruten“ innerhalb von nur einem Tag zu erhalten, um beispielsweise Sanierungsarbeiten an Gebäuden durchführen zu können, eine Genehmigung zur Versorgung von Bruten in Notsituationen bisher jedoch schier unmöglich war.

Die Beurteilung von Situationen für Ausnahmegenehmigungen erfolgt bisher immer nur vom fernen Beamten-Schreibtisch aus. Auch weitere fachlichen Stellungnahmen, die für solche Ausnahmegenehmigungen eingeholt wurden erfolgten zum Großteil durch „Ferndiagnosen“ oder anhand von statischen Bildern.

Behördliche Vor-Ort-Beurteilungen und Prüfung von Gründen der Antragstellung werden nach meiner Erfahrung nur sehr selten vorgenommen. Auch die langjährige praktische Erfahrung von Fachleuten vor Ort, die in der Vergangenheit auch schon derartige Notsituationen mehrfach erfolgreich gelöst haben, wurde bisher ignoriert.

Sich als Behörde für „natürliche Abläufe“ und das „Sterbenlassen“ zu entscheiden ist  einfach und bequem, da man, im Gengensatz  zu Privatpersonen, als Beamter ja nicht zur Rechenschaft für unterlassene Hilfeleistung gezogen wird, oder vielleicht doch?

Sich für Lösungen zur Erhaltung und für Ausnahmen einzusetzen, ist mit Arbeit und mitunter auch mit Ärger verbunden.

Wenn man der „Natur nur ihren freien Lauf lässt“,  welche Daseinsberechtigung gibt es dann noch für eine Naturschutzbehörde?

Empörend und am Schlimmsten finde ich jedoch, wenn mögliche Hilfeleistungen von Privatpersonen behördlich verboten werden und in Folge dessen Tiere zu Tode kommen.

Zudem gibt es keine Rechtsgrundlage, die es verbieten würde in Notsituationen Menschen oder auch Tieren zu helfen und sie zu retten.

Wir sind stolz darauf in den über 40 Jahren unserer praktischen Weißstorcharbeit durch systematische Analysen von Michael Zimmermann und Edmund Lenz den Grund für den drastischen Rückgang der Weißstorchpopulation in den 1980ern gefunden zu haben. Die sehr hohen Mortalität war der Grund hierfür. Von statistisch 5 gelegten Eiern schlüpften statistisch 4 aus und von denen wiederrum verendeten 2 statistisch durch Unterkühlung bei Stark- oder Dauerregen in ihren wasserundurchlässigen Bruthorsten (z.B. durch Eintrag von Plastikfolien). Von den statistisch noch zwei ausgeflogenen Jungstörchen verendete in den 1980ern  statistisch noch einer innerhalb der bayerischen Landesgrenzen an einer ungesicherten Mittelspannungsleitung durch Stromschlag oder Ableitstrom (Kriechstrom). Das Störchlein, welches statistisch die bayerische Landesgrenze überqueren konnte, musste dann noch die lange Zugstrecke ins Überwinterungsquartier und als geschlechtsreifer Storch den Rückweg ins Brutgebiet mit noch deutlich höherem Gefahrenpotential  überleben.

Durch die aktive Horstbetreuung der Natur- und Umwelthilfe e.V. (NUH), der Michael Zimmermann und Edmund Lenz angehören, wurde in den Storchenhorsten die verlorengegangene  Wasserdurchlässigkeit kurz vor der Brutzeit wieder hergestellt und somit die Ausflugquoten nahezu verdoppelt. Diese Erfolgsmethode wurde im Betreuungsgebiet der NUH an Aisch, Aurach und Ebrach praktiziert. In Baden Württemberg hatte Walter Feld von dieser Erfolgsmethode erfahren und sie dann landesweit in Baden Württemberg eingeführt und praktiziert. Die Erfolge dieser Methode lassen sich durch die Bestandsentwicklung in diesen Gebieten nachweisen.

Da die Regierung von Mittelfranken ihrer Fürsorge für die bedrohte Vogelart Weißstorch hinsichtlich der Erhaltung der Schöpfung offensichtlich nicht gerecht wird und das Risiko eingeht, dass die 4 Jungstörche und die verletzte Störchin vom Höchstadter Alten Rathaus zu Tode kommen, beantrage ich hiermit für diese Notsituation eine Ausnahmegenehmigung zur Fütterung der Storchenbrut direkt am Horst des Alten Rathauses in Höchstadt an der Aisch bis eine ebenfalls beantragte Bodenfütterung von den Brutstörchen angenommen wird. Der Betrieb dieser Bodenfütterung sollte bis zum Ausfliegen der Jungstörche erfolgen. Die Kosten für diese Hilfsaktion würde ich übernehmen.

Für eine kurzfristige Antwort bedanke ich mich recht herzlich.

 

Mit freundlichen Grüßen

Edmund Lenz

 



25.05.2021
Anna mit schwerer Beinverletzung

Am 25.05.2021 wurde von mehreren Besuchern unserer Webseite berichtet, dass bei der Rückkehr von Anna zum Horst, gegen ca. 19:30 Uhr, das linke Bein blutete und leblos weg hing.
Nach intensiver Beobachtung der Webcambilder konnten wir dies bestätigen. Nachdem Gerome von der Futtersuche zurückgekehrt war, ist Anna kurz abgeflogen, wobei das linke Bein weg hing. Nach kurzer Zeit kehrte Anna zum Horst zurück und landete auf dem rechten Bein, das linke Bein hing leblos herunter und konnte nicht belastet werden.

Wir vermuten daher einen Bruch des linken Beines, der vermutlich durch eine Kollision mit einem Fahrzeug oder einem anderen Gegenstand entstanden sein könnte. Die am 25.05.2021 verzeichneten stürmischen Windböen könnten diese Kollision verursacht haben.

Mit dieser Verletzung ist Anna nicht mehr in der Lage Beute zu machen und ihren Anteil an der Versorgung der 4 Jungstörche zu leisten. Da Anna noch kräftig und voll flugfähig ist, können wir sie zur Zeit leider nicht einfangen und tierärztlich versorgen lassen.

Wir werden über das weitere Vorgehen, die Maßnahmen zur Erhaltung der Brut und die Behandlung der verletzten Störchin Anna nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden hier weiter berichten.


02.05.2021
Tod des Letztgeschüpften

Das zuletzt am 20.04.2021 geschlüpfte Storchenküken hat die Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2021 leider nicht überlebt und konnte am 2. Mai nur noch leblos in den Livebildern gesehen werden.
Innerhalb von einem Gelege kann man davon ausgehen, dass alle befruchteten Eier das gleiche Erbgut bzw. die gleichen Gene und somit prinzipiell auch gleiche Überlebenschansen erhalten.
Schon mit dem Schlüpfen beginnt dann der Kampf ums Überleben, der im Wesentlichen von einer ausreichenden Energiezufuhr und einer Minimierung der Wärmeverluste abhängt. Die Energiezufuhr erfolgt über das aufgenommene Futter, die Minimierung der Wärmeverluste durch die Isolation der Brut durch die Brutstörche beim Brüten und deren Köperwärmeabgabe an die Brut.

Bringen die Brutstörche nur wenig Futter oder kommen die Jungstörche nicht oder nur unzureichend an das von den Brutstörchen ausgewürgte Futter, dann sind sie unterversorgt und wachsen nicht oder nur minimal. Wer am schnellsten das Futter erreicht hat die beste Energiezufuhr.
Bei Futterknappheit sind die Küken oder Jungstörche im Vorteil, neben denen das Futter von den Brutstörchen ausgewürgt wird und diese somit am schnellsten fressen können. Die „Hinteren“ gehen dann meist leer aus und bleiben im Wachstum zurück. Haben die „Zurückgebliebenen“ öfters das Pech beim Füttern auf der falschen Seite zu hocken, dann führt die mangelhafte Ernährung zur Schwächung des gesamten Organismus und oft auch zum Tod der Unterversorgten.
Verstärkt werden diese Schwächungen noch durch erhöhte Wärmeabfuhr bei Dauer- oder Starkregen, wie es in der Nacht zum 2. Mai 2021 der Fall war.
Leider hatte unser zuletzt geschlüpftes Küken sehr oft das Pech bei den Fütterungen auf der falschen Seite zu hocken und musste dies mit seinem Leben bezahlen. Vermutlich wird Gerome den toten Jungstorch abwerfen, falls nicht verbleibt er in der Nistmulde und wird dort mit weiterem Nistmaterial eingebaut.
Dieses Schicksal haben sicher auch viele andere Jungstörche, speziell die in Horsten mit mangelhafter Wasserdurchlässigkeit, erlitten.
Wir hoffen, dass die restlichen 4 Jungstörche ausreichend versorgt werden können und zum Ausfliegen kommen.

22.04.2021
Verstellung von Kamera 2

Ein fremder Storch ist am 22.04.2021 auf Kamera 2, die als oberste Kamera auf dem Kameramast montiert ist, gelandet. Der Fremde wurde dann von den Horst-Besitzern Anna und Gerome vertrieben. Beim Start stößt sich der Storch mit den Beinen ab, wodurch eine Impulskraft auf die Kamera ausgeübt wird, die offensichtlich die Verstellung bewirkt hat.
Das hatten wir auch schon einmal in der letzten Brutsaison. Wir hatten daraufhin die Kugelkopfarretierung der Kamera noch einmal nachgezogen. Offensichtlich ist der Startimpuls eines ca. 4 kg schweren Storches größer als die Haltekraft der Kugelkopfarretierung von Kamera 2.
Bei der nächsten Beringungsaktion Ende Mai werden wir Kamera 2 neu ausrichten und eine Vorrichtung montieren, die eine Landung auf der Kamera verhindert.

21.04.2021
Empfangsstörungen des Livestreams - Rückmeldungen

Für die zahlreichen Rückmeldungen bezüglich der Störungen beim Empfang unserer Storchenkameras bedanken wir uns herzlich bei unseren Webseitenbesuchern. Aufgrund der großen Anzahl von Mails, die wir in den letzten Tagen erhalten haben, ist es uns leider nicht möglich alle persönlich zu beantworten. Wir möchten daher hier über die Auswertung der Rückmeldungen informieren.
Kurzzeitige kleinere Störungen wurden uns schon seit der Kameraerneuerung im April 2020 mitgeteilt. Ende Februar 2021 hat sich der Empfang zunehmend verschlechtert und war ab Anfang April 2021 nur noch zeitweise möglich. Am 18. April 2021 gab es kontinuierliche Störungen, wodurch ein Empfang kaum noch möglich war.
Die Auswertung der Rückmeldungen hat auch ergeben, dass die Störungen beim Empfang des Livestreams weltweit in allen Kontinenten aufgetreten sind.
Unser Livestream-Provider arbeitet mit Hochdruck an der Fehlersuche und deren Beseitigung.
Eine Besserung des Empfangs können wir ab dem 20.04.2021 zwar erkennen, jedoch kommt es immer noch zu kurzen Empfangsstörungen. Wir hoffen, dass auch diese in den nächsten Tagen beseitigt werden.

20.04.2021
Schlupf des 5. Kükens

Am Morgen des 20.04.2021 haben Anja und Lukas Leidinger den Schlupf des 5. Storchenkükens um 06:26 Uhr gemeldet.

19.04.2021
Schlupf des 4. Kükens

Am fühen Morgen des 19.04.2021 hat uns Carolin Dohle aus Erlangen den Schlupf des 4. Storchenkükens um 00:04 Uhr gemeldet.

18.04.2021
Empfangsstörungen des Livestreams

Zur schnelleren Analyse der Probleme hinsichtlich den Empfangsstörungen der Livebilder unserer Störchenkamera bitten wir unsere Webseitenbesucher um Information in welcher Regionen es wann und wie oft zu Störungen der Bildübertragung gekommen ist. Für eine Mail an info@storchennest-hoechstadt.de mit dem Stichwort "Störung 2021-04" bedanken wir uns recht herzlich.

17.04.2021
Network error - Standbilder

Leider kommt es durch die sehr großen Besucherzahlen von weit über 1.000 gleichzeitigen Besuchern zu Netz-Problemen. Wir versuchen hier Abhilfe zu schaffen und bitten bis dorthin die Störungen zu entschuldigen.

16.04.2021
Drei auf einen Streich

Drei Storchenküken sind an einem Tag, am 16.04.2021 geschlüpft. Der erste Schlupf wurde um 15:17 Uhr von Helmut Ehescheid aus Frankfurt am Main gemeldet. Kurz darauf hat Irmgard Hoeffelmann um 15:34 Uhr das zweite geschlüpfte Küken gemeldet. Acht Stunden später ist Küken Nummer 3 um 23:43 Uhr geschlüpft. Es wurde von Konrad gemeldet.
Klaus Ehmer hat Videos vom Schlupf der Küken auf YouTube zur Verfügung gestellt. Das Video vom Schlupf des ersten Kükens ist unter

https://www.youtube.com/watch?v=DUgn_SSagBg

und das des zweiten unter

https://www.youtube.com/watch?v=j-few0DMF4E

zu sehen. Wir hoffen, dass aus den beiden verbliebenen Eier in den nächten Tagen Küken 4 und 5 schlüpfen werden.

15.04.2021
Nistversuche

Am 14.04.2021 brüten bereits 17 Brutpaare in Höchstadt. Mindestens 5 weitere Storchenpaare versuchen auf Dächern und Schornsteinen neue Nistplätze anzulegen.
Täglich treffen noch weitere Zugrückkehrer von der Ostroute bei uns ein. Diese Störche versuchen sich einen bestehenden Brutplatz zu erkämpfen oder sie legen einen neuen an.

Wie auch schon in 2019 trägt ein Storchenpaar auf dem nördlichen Turmsims des Alten Rathauses direkt unterhalb von Anna und Gerome Nistmaterial ein, was jedoch bisher vom schmalen Sims abgerutscht ist. Haben die ersten Zweige einmal Halt gefunden, ist innerhalb von wenigen Tagen der Nistplatz für die Eiablage hergerichtet und die Brut kann beginnen.

In der Brutsaison 2021 wurden folgende Nistplätze in Höchstadt von den Störchen neu angelegt.

·         Auf dem Kamin der Metzgerei Brunner in der Oberen Brauhausgasse

·         In der Dachkehle zwischen Kamin und Dach des Anwesens Dennhardt in der Hauptstraße 4

·         Auf dem Kamin des Wohnhauses der Familie Grohganz (Baustoffe) in der Oberen Bauerngasse 21, die sich sehr über den Storch auf ihrem Dach gefreut hat und ihm auch in Zukunft einen sicheren Brutplatz bieten möchte.

·         Auf dem Westportal von St. Georg, wo sich die katholische Kirchenverwaltung schließlich doch für die Erhaltung der Schöpfung entschieden hat und einem Storchenpaar Kirchen-Asyl gewährt. Wir hoffen, dass sich die Herzen der Kirchenverwaltung auch für andere Turmbrüter wie Mauersegler, Fledermäuse, Turmfalken, Wanderfalken, Dohlen und Schleiereulen öffnen werden und auch diesen eine Brutmöglichkeiten in St. Georg angeboten wird.



07.04.2021
Network error

Seit Anfang April ist es leider wiederholt zu Streamingproblemen gekommen. Anstatt der Livebilder konnten mitunter nur Standbilder mit dem Hinweis "Network error" empfangen werden. Wir haben bei unserem Streamingprovider ein "High-end streaming" gebucht, damit wir unseren Webseitenbesucher einen qualitativ hochwertigen Livestream zur Verfügung stellen können. Leider gibt es auch bei einem "High-end streaming" mitunter kleine Probleme. Unser Streamingprovider und die Betreiber der Internet-Webserver sind dabei die Fehlerursachen zu klären und wieder einen stabilen Stream zu liefern. Bis dorthin bitten wir unsere Webseitenbesucher um Verständnis.
Zwischenzeitlich kann man sich mit der Aktualisierung der Webseite im Browser behelfen.

30.03.2021
Wann schlüpft das erste Storchenküken?

Ab dem zweiten Ei wird das Gelege dauerhaft bebrütet. Den voraussichtlichen Schlupf des ersten Storchenkükens erwarten wir nach ca. 33 Tagen Brutzeit am 16.04.2021.

21.03.2021
Fünftes Ei

Irmgard Hoeffelman war die Erste, sie hat Ei Nummer 5 am 21.03.2021 um 01:59 Uhr gemeldet.

18.03.2021
Viertes Ei

Am 18.03.2021 um 22:24 hat Monika Mell von Mellenheim das 4. Ei gemeldet.

18.03.2021
Horstattacken von Fremdstörchen

Durch die vermehrte Anzahl von Zugrückkehrern kommt es immer wieder zu Horstattacken, nicht nur auf dem Alten Rathaus sondern auch bei anderen Storchenhorsten in Höchstadt. Glücklicherweise konnten bisher alle Angriffe erfolgreich von den jeweiligen Brutstörchen abgewehrt werden.

17.03.2021
Drittes Ei

Dieter Illgner aus Wuppertal hat ein Belegfoto geschickt, welches unmittelbar nach der Ablage des dritten Eies am 16.03.2021 um 03:19 Uhr erstellt wurde.

16.03.2021
Drittes Ei

Gabi Angst hat um 03:25 Uhr das dritte Ei gemeldet.

14.03.2021
Zweites Ei

Um 02:32 Uhr hat Kirstin Geyer das zweite Ei gemeldet. Gegen 08:43 Uhr wurde von einem Angriff eines fremden Storches berichtet. Falls einer unserer Webseitenbesucher private Aufzeichnungen erstellt hat, auf denen Angriffe von Fremdstörchen zu sehen sind, würden wir uns freuen wenn uns diese zur Verfügung gestellt werden könnten.

12.03.2021
Erstes Ei

Um 05:51 Uhr wurde das erste Ei von Werner Geyer aus Vestenbergsgreuth gemeldet. Gegen 08:00 Uhr wurde von einem Angriff eines fremden Storches berichtet, der das Ei aus dem Horst werfen wollte. Offensichtlich ist es diesem Storch am Horstrand aus dem Schnabel gerutscht und dort liegen geblieben. Anna und Gerome haben offensichtlich den Angreifer in die Flucht geschlagen, jedoch das am Horstrand liegende Ei leider nicht mehr zurück in die Brutmulde befördert. Durch die lange Auskühlung wird nun nichts mehr ausschlüpfen.

Brutsaison 2021
Die Störchin Anna, zu erkennen am dunklen ELSA-Ring links oben, wird 18 Jahre alt (2021). Ihr Partner Gerome trägt einen hellen Aluminiumring rechts unten und ist 5 Jahre älter. Die beiden Störche haben bisher 14 mal sehr erfolgreich zusammen gebrütet. In dieser Zeit hat Anna 71 Eier gelegt, aus denen 65 Storchenküken geschlüpft sind und von diesen sind insgesamt 47 Jungstörche ausgeflogen.

Nun beginnt die 15. Brutsaison von Anna und Gerome. Wir hoffen, dass sich der Bruterfolg der letzten Jahre fortsetzen wird. Am 12.03.2021 hatten bereits 12 Brutpaare Ihre Bruthorste in Höchstadt/Aisch besetzt.

Für die zahlreichen Meldungen zur Eiablage möchten wir uns recht herzlich bedanken.
Da wir den angegebenen Beobachtungszeitpunkt in den Melde-Mails nicht prüfen können, wird anstatt dessen der Eingangszeitpunkt der Melde-Mail für die Eintragung in die Meldeliste verwendet.

Eiablage 2021

Meldedatum

Uhrzeit

Ei-Nr.:

Melder

Info

12.03.2021

05:51

1

Werner Geyer aus Vestenbergsgreuth

 

14.03.2021

02:32

2

Kirstin Geyer

 

16.03.2021

03:19

3

Dieter Illgner aus Wuppertal

mit Belegfoto

18.03.2021

22:24

4

Monika Mell von Mellenheim

 

21.03.2021

01:59

5

Irmgard Hoeffelman

 

Hinweis: Nach Vorlage von gespeicherten Webcambilder werden wir die genauen Eiablagetermine überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen in der Eiablagetabelle vornehmen.

Schlupftermine der Jungstörche 2021

Meldedatum

Uhrzeit

Schlupf-Nr.:

Melder

Info

16.04.2021

15:17

1

Helmut Ehescheid aus Frankfurt am Main

 

16.04.2021

15:34

2

Irmgard Hoeffelman

 

16.04.2021

23:43

3

Konrad

 

19.04.2021

00:04

4

Carolin Dohle aus Erlangen

 

20.04.2021

06:26

5

Anja und Lukas Leidinger

 

Hinweis: Nach Vorlage von gespeicherten Webcambilder werden wir die genauen Schlupftermine überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen in der Schlupftabelle vornehmen.



26.02.2021
Ausputzaktion 2021

Zusammen mit der Feuerwehr Höchstadt und Mitarbeitern des Storchenteams konnten wir am 26.02.2021 die Storchenhorste auf dem Alten Rathaus und der Alten Mälzerei wie in der Ankündigung vom 24.02.2021 beschrieben ausputzen und die Wasserdurchlässigkeit wieder herstellen. Diese aktive Horstbetreuung bietet dem Gelege und den Jungstörchen deutlich bessere Überlebenschancen bei Dauer- oder Starkregen während der Brutzeit.

24.02.2021
Ausputztermin

Dank der Lockerungen in den Corona-Beschränkungen und einem Covid 19 – 7 Tage - Inzidenzwert von unter 35, kann uns die Feuerwehr Höchstadt auch in 2021 mit ihrer Drehleiter bei den Ausputzaktionen der Storchenhorste helfen. Recht herzlichen Dank an die Feuerwehr und den Bauhof Höchstadt, die uns schon seit Jahrzehnten unterstützen.

Am 26.02.2021 ab ca. 8:00 Uhr werden wir den Storchenhorst auf dem Alten Rathaus in Höchstadt ausputzen, um damit die Wasserdurchlässigkeit zum Schutz von Gelege und Brut wieder herzustellen. Wie bei all unseren bisherigen Aktionen schalten wir auch diesmal die Kamera nicht ab und zeigen diese Ausputzaktion live.

Da wir noch keinen Ton senden können, kommentieren wir die einzelnen Arbeitsschritte an dieser Stelle.

·         Zuerst entfernen wir die obersten ca. 5 cm der gesamten Horstoberfläche.

·         Danach wird das Zentrum des Horstes auf ca. 1 m Durchmesser bis zum Boden der Nistunterlage entnommen. Den äußeren Ring des Horstes lassen wir aus statischen Gründen bestehen.

·         Anschließend wird mit groben Holzhackschnitzeln der Zentralbereich des Horstes wieder aufgefüllt.

·         Die oberste Schicht stellen wir aus ca. 10 cm Seggenheu her. Steht kein Seggenheu zur Verfügung, verwenden wir notfalls auch Stroh und Heu.

·         Zum Schluss decken wir noch mit etwas altem Nistmarerial ab, damit der Farbkontrast zwischen neuem und altem Nistmaterial nicht so groß ist.

Das wars, nachmachen empfohlen.

23.02.2021
Fütterungsverbot für Wildvögel Fortsetzung

Thema Kompostanlagen

Zu diesem Thema haben wir folgendes Zitat gefunden:

https://www.nordbayern.de/region/erlangen/storchen-expertin-beruhigt-so-helfen-sich-die-tiere-im-winter-1.10825984

… "Es ist durch die Satellitenortung, mit der wir einige Tiere versehen haben, nachweisbar, dass sie bei Not in die einige Kilometer entfernten Kompostierungsanlagen fliegen und sich dort Mäuse schnappen", sagt Oda Wieding …

Aus unserer über 40 jährigen Felderfahrung können wir zu diesem Thema wie folgt Stellung nehmen.

Auch unsere Störche nutzen in Notzeiten die Nahrungsquelle „Kompostanlage“, wie es sicher auch in vielen anderen Gebieten der Fall ist.

Im Großraum Höchstadt haben wir in den letzten Jahren bis zu 40 Störche in Notzeiten versorgt. Bis zu 23 dieser 40 Winterstörche haben auch die nahegelegene Kompostanlage als Nahrungsquelle erschlossen.

Nach Anlieferung des Bio-Mülls, das ist der Abfall aus der Bio-Tonne der werktäglich von der Müllabfuhr zur Kompostanlage gebracht wird, durchstöbern die Störche die „frische“ Anlieferung nach „Fressbarem“ und finden in der Regel auch eine ausreichende Menge, wenn der Bio-Müll-Bereich an der Kompostanlage ungestört ist. Gibt es im Bereich des Bio-Müll-Abfalls Störungen durch Arbeiten oder durch den Betrieb von Fahrzeugen oder wird der Bio-Müll gleich weiterverarbeitet oder gar abgedeckt, dann bleibt den Störchen auch diese Nahrungsquelle, die mitunter auch Gefahren birgt, verschlossen.

Bei unseren zahlreichen Kontrollen konnten wir nur einmal beobachten, wie ein Storch eine Maus erbeutet hatte. Auch mit der Wärmebildkamera konnten wir nur wenige Mäuse auf dem Gelände der Kompostanlage finden. Sicherlich gibt es hier viele Mäuse, aber auch ein großes Angebot an Deckungs- und Versteckmöglichkeiten, weshalb die Störche nur sehr selten eine Maus erwischen. Wir folgern daraus, dass nicht die Maus, sondern der Bio-Abfall selbst die Energiereserven der Störche schont.

Fazit: Es hängt sehr stark von der Bewirtschaftungsmethode einer Kompostanlage ab, ob Störche dort in Notzeiten ihre Energiereserven schon können.

Schon bevor uns die Kältewelle Anfang Februar 2021 traf, hatten wir vorsorglich eine Bewirtschaftungsmethode des Biomülls an der nahegelegenen Kompostanlage für die kommende Notzeit abgestimmt. Diese sollte den Störchen den Zugang zum täglich angelieferten Biomüll, zumindest in den Notzeiten, ermöglichen. Durch diese Maßnahme konnten sich bis zu 15 der ca. 40 im Raum Höchstadt überwinternden Weißstörche notversorgen.

Wie sich die restlichen 25 Störche bei Temperaturen von bis zu -18 °C durch das behördlich verhängte Fütterungsverbot von Wildvögeln ohne unsere Fütterung in Notzeiten durchgeschlagen konnten und ob überhaupt, können wir leider nicht klären. Letztlich machen es die z.Z. zahlreich eintreffenden Zugrückkehrer unmöglich die Bestandszahlen unserer Überwinterer nach der Notsituation zu erfassen. Zudem sind nicht alle Überwinterer beringt. Somit können wir mögliche Verluste durch die Notzeit leider nicht belegbar nachweisen.

 

Thema Teilzug oder Winterfluchten

Zu diesem Thema haben wir folgendes Zitat gefunden:

https://www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/voegel/weissstorch/stoerche-im-winter/

… Auch die Einrichtung einer Futterstelle ist eher hinderlich, weil sich so die Störche daran gewöhnen und damit auch von einer Fütterung abhängig gemacht werden, während sie andernfalls ihrem Instinkt folgen und bei tatsächlicher Futterknappheit dann doch einen sogenannten Teilzug antreten. …

Aus unserer über 40 jährigen Felderfahrung können wir zu diesem Thema wie folgt Stellung nehmen.

In den letzten 40 Jahren konnten wir kein Teilzugverhalten der überwinternden Störche in unserem Betreuungsgebiet an Aisch, Aurach, Ebrach und Regnitz in Notzeiten feststellen. Die sporadisch an den „Übernachtungsplätzen“ durchgeführten Zählungen der Überwinterer ergaben nahezu konstante Zahlen.

Nach unseren Beobachtungen zeigen Zugvögel und Standvögel in Notzeiten unterschiedliches Verhalten. Wenn ein Zugvogel während des Vogelzugs von einer Notsituation wie z.B. von einem plötzlichen Kälteeinbruch überrascht wird, versucht er räumlich und zeitlich der Notsituation auszuweichen, zumindest soweit es seine noch verfügbaren Energiereserven es zulassen. Der Standvogel hingegen bleibt in seinem Brutgebiet, egal wie groß die Not auch sein mag, bis zum bitteren Ende.

Da wir bisher keine wissenschaftlichen Belege für ein Teilzugverhalten von Störchen in Notzeiten finden konnten, haben wir diesbezüglich um eine Stellungnahme beim Max-Planck-Institut für Ornithologie angefragt und warten noch auf ein Antwortschreiben.

Fazit: Unsere überwinternden Störche sind Standvögel und zeigen in Notzeiten kein Teilzugverhalten.

Schlussbemerkung:

Unser Betreuungsgebiet an Aisch, Aurach, Ebrach und Regnitz weist schon seit Jahrzehnten die größte Storchendichte in ganz Bayern aus. Grund dafür ist u. A. die von uns praktizierte Minimierung von vermeidbaren Verlusten auch in Notzeiten.
Zahlreichen Bürgern haben sich mit ihrem gesunden Menschenverstand für die Hilfe in Not entschieden und mit einer „Notfütterung“ vielen Störchen das Überleben gesichert. Diese Bürger haben sicher auch wesentlich zur Bestandssicherung unserer heimischen Weißstörche beigetragen.

 

11.02.2021

Fütterungsverbot für Wildvögel

Am 09.02.2021 haben wir von einem Fütterungsverbot für Wildvögel erfahren, welches ab dem 02.02.2021 im gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt und sogar in ganz Bayern gelten soll. Vom Landratsamt habe wir dann erfahren, dass die Anordnung eines Fütterungsverbotes für Wildvögel von Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) für ganz Bayern als fachlich erforderlich erachtet wurde. Eine Ausnahme für die Fütterung in Notzeiten ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Die Begründung für diese Maßnahme lautet wie folgt.

Aufgrund zunehmender Geflügelpestnachweise in Deutschland und Bayern besteht aktuell eine erhöhte Infektionsgefahr für Geflügel- und Vogelhaltungen. Daher hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) die Veterinärbehörden aufgefordert, zum Schutz der Geflügel-und Vogelhaltungen unter Berücksichtigung der Risikobewertung vor Ort entsprechende Allgemeinverfügungen zu erlassen.

Wie und in welcher Art und Weise eine Fütterung in Notzeiten diese Infektionsgefahr erhöhen soll bzw. überhaupt einen Einfluss auf diese haben soll, erschließt sich uns nicht.

Da bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen, bei Dauerfrost mit Temperaturen unter -10 °C und Schneelage, die natürliche Nahrung der Störche nur noch in einem sehr eingeschränkten Maße zugänglich ist, schrumpfen die Energiereserven und das Körpergewicht täglich bis zu 300 Gramm. Ein gut genährter Storch wiegt ca. 4.000 Gramm.

Bei länger anhaltender Notzeit verenden die stark entkräfteten Vögel schließlich und werden dann Beute von Fuchs, Wildschwein und Co.

Mein Versuch eine Ausnahmegenehmigung für die Fütterung unserer derzeit ca. 40 überwinternden Störche in Notzeiten vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt zu erhalten ist leider gescheitert.

Nun kann offensichtlich nur noch Gott oder der Bayerische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) Mathias Glauber unseren Störchen helfen.

Wir fühlen uns dem ethischen Gebot in Not zu helfen verpflichtet und hoffen auf Unterstützung unserer Internetbesucher.


07.02.2021
Ausputztermin

Die Termine für das "Ausputzen" der Storchenhorste legen wir meist in die erste Märzwoche, damit die Wasserdurchlässigkeit möglichst lange anhält. Für die Altstörche ist der derzeitige Zustand des Storchenhorstes kein Problem, bei der Nahrungssuche schreiten sie auch durch Schlamm und Wasser ohne Schaden zu nehmen. Für die Brut hingegen wäre dieser Horstzustand tödlich. Ob wir überhaupt ausputzen können hängt auch davon ab, ob uns die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter coronabedingt unterstützen kann. Alternativ müssten wir einen Hubsteiger anmieten, der mit ca. 500 Euro pro Einsatz recht teuer ist und unser Spendenkonto stark belasten würde. Wir werden jedoch zeitnah den Ausputztermin, wenn er denn überhaupt möglich ist, auf unserer Storchenseite bekannt geben.


06.02.2021
Dankeschön

Nur durch Ihre finanziellen Zuwendungen ist es uns möglich diese Webseite zu betreiben, unsere derzeit ca. 40 im Raum Höchstadt überwinternden Weißstörche in Notzeiten mit Futter zu versorgen, die Arbeiten zur aktiven Horstbetreuung zu leisten, die Sanierung von nicht mehr verkehrssicheren Storchenhorsten und die Konstruktion, Herstellung und Montage von neuen Nistunterlagen zu ermöglichen. Auch die Versorgung von verletzten Störchen gehört zu unserem Leistungsumfang.
Für Ihre Unterstützung diesbezüglich möchten wir uns hier recht herzlich bedanken.


06.02.2021
Rückblick auf die Brutsaison 2020

Aus den 14 besetzten und 12 bebrüteten Storchenhorsten in Höchstadt sind 37 Jungstörche ausgeflogen.

Auf dem Alten Rathaus haben Anna und Gerome die Brutsaison 2020 mit einigen Turbulenzen gut gemeistert. Mitunter mussten sie bis zu 10 Jungstörche, auch welche von Nachbarhorsten, versorgen.

Unser Problemstorch AT380, den wir am 08.07.2020 in den Tiergarten Nürnberg gebracht hatten, wurde dort noch ca. 10 Tage versorgt, bevor er zusammen mit weiteren 7 Jungstörchen wieder in die Freiheit entlassen werden konnte.

Wie auch in den Vorjahren versammelten sich unsere Jungstörche Anfang August zu größeren Zugverbänden und hatten schließlich Mitte August ihre Brutheimat schon ca. 14 Tage vor den Altstörchen verlassen, um in ihre südlichen Überwinterungsgebiete zu ziehen. Der Großteil nutzt hierbei die sogenannte Westroute, die über die Meerenge von Gibraltar nach Afrika führt. Mitunter verkürzen sie auch die Zugstrecke und bleiben den Winter über in Südfrankreich oder in Spanien, wo der Tisch an den offenen Mülldeponien ganzjährig reichlich gedeckt ist. Die östliche Zugroute führt über den Bosporus in der Türkei, in den Nahen Osten, den Sudan, nach Tansania und sogar bis nach Südafrika. Die östliche Zugroute war früher die Hauptzugroute unserer fränkischen Störche. Heute ziehen nur noch wenige fränkische Störche diese lange Strecke, die schon auf dem Hinflug bis zu 10.000 km betragen kann und dementsprechend viele Gefahren mit sich bringt.

Vermutlich haben die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte einen neuen Evolutionsversuch bei einem Teil der Weißstörche (ciconia ciconia) bewirkt, diese nehmen dann nicht mehr am Vogelzug teil und bleiben ganzjährig in ihrer Brutheimat, was sicher auch die Zugverluste erheblich minimiert und zur Stabilisierung der Bestände beiträgt.

Wie wir aus unseren Beobachtungen der letzten Jahre in unserem Betreuungsgebiet an Aisch, Aurach, Ebrach und Regnitz feststellen konnten, nimmt auch ein Teil der Jungstörche seit 2017 nicht mehr am Vogelzug teil und überwintert im Brutgebiet.

Im Spätherbst der vergangenen drei Jahre konnten wir Ende Oktober und Anfang November wiederholt Schwarzstörche (ciconia nigra) mit ihren Jungvögeln im Raum Höchstadt beobachten. Auch diese Art scheint einen Evolutionsversuch auszuprobieren und versucht ganzjährig in der Brutheimat zu bleiben.

Am 27.07.2020 konnten wir 20 Schwarzstörche, unter ihnen waren 16 Jungstörche, nahe Höchstadt in einem Weiher mit niedrigem Wasserstand beobachten. Offensichtlich scheint auch der Schwarzstorch in unserer Region, dem südlichen Steigerwald, ein Auskommen gefunden zu haben.

Obwohl der Schwarzstorch als scheuer Waldvogel bekannt ist, attackiert er zumindest zu Beginn der Brutzeit regelmäßig einige Weißstorchhorste. Nach dem Schlupf der eigenen Jungen ist von der Aggressivität gegenüber den Weißstörchen nichts mehr zu erkennen. Während der Jungenaufzucht konnten wir des Öfteren die Schwarz- und Weißstörche bei der gemeinsamen harmonischen Futtersuche beobachten.